Frankfurt Schluss: Zoll-Hoffnungen treiben Dax unter Rekordhoch
08.05.2025 - 18:10:12Auslöser waren Hoffnungen auf Erleichterungen im US-Zollkonflikt sowie der erste groĂe Handelspakt der Vereinigten Staaten, der mit GroĂbritannien geschlossen wurde. Zugleich ging einer der heiĂesten Tage der Berichtssaison zu Ende.
Der deutsche Leitindex schloss mit einem Aufschlag von 1,02 Prozent auf 23.352,69 ZĂ€hlern. Zur Mittagszeit hatten keine 70 Punkte mehr gefehlt bis zu seiner Bestmarke bei rund 23.476 Punkten.
Im weltweiten Zollkonflikt geht es zum einen zwischen den Vereinigten Staaten und GroĂbritannien voran. Beide LĂ€nder einigten sich nach Worten von US-PrĂ€sident Donald Trump auf eine Handelsvereinbarung. FĂŒr die Vereinigten Staaten ist es der erste groĂe Abschluss nach den weitreichend verhĂ€ngten Strafzöllen Anfang April. Zum anderen will die US-Regierung die unter Trumps VorgĂ€nger Joe Biden beschlossenen EinschrĂ€nkungen fĂŒr den Export von KI-Technologie nicht in Kraft treten lassen. Sie wĂ€ren eigentlich am 15. Mai gĂŒltig geworden. Nun soll ein neuer Plan ausgearbeitet werde, was einige Monate dauern werde, berichtete das "Wall Street Journal". Unter anderem werde geprĂŒft, wie etwa China der Zugang verweigert werden könne, ohne US-Technologiekonzernen zu schaden.
Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Unternehmen gewann 1,31 Prozent auf 29.554,24 Punkte. FĂŒr den Leitindex der Euroregion, den EuroStoxx 50 EU0009658145, ging es um 1,12 Prozent auf 5.288,94 Punkte nach oben. In GroĂbritannien und der Schweiz wurden dagegen moderate Verluste verbucht.
In den USA legte der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial US2605661048 zum Börsenschluss in Europa um 1,3 Prozent zu und auch die technologielastigen Nasdaq-Indizes stiegen weiter.
Allein aus dem Dax standen sechs Unternehmen mit Quartalszahlen im Blick: Heidelberg Materials DE0006047004, Siemens Energy DE000ENER6Y0, Henkel DE0006048432, Infineon DE0006231004, Rheinmetall DE0007030009 und Qiagen NL0015002CX3. Zudem gab es zahlreiche Berichte von Unternehmen aus dem MDax DE0008467416 und dem SDax DE0009653386.
Heidelberg Materials nahmen nach starken Zahlen mit plus 4,8 Prozent die Dax-Spitze ein. Der Baustoffkonzern gilt zudem als Profiteur des vom Bund beschlossenen milliardenschweren Infrastrukturprogramms. Infineon stiegen ungeachtet der wegen des schwachen US-Dollar und der Zollturbulenzen gesenkten Jahresziele um 2,5 Prozent. Hier trieb, dass die fĂŒr den 15. Mai anberaumten ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr KI-Technologie nicht in Kraft treten sollen.
Rekordhochs erreichten die Papiere des Energietechnikunternehmens Siemens Energy und Rheinmetall, wobei letztere erstmals die Schallmauer von 1.700 Euro je Aktie durchbrachen.
Im MDax gewannen Puma DE0006969603 nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen 5,2 Prozent. Die Titel des AuĂenwerbe-Spezialisten Ströer DE0007493991 bĂŒĂten dagegen nach durchwachsenen Zahlen als Schlusslicht 6,3 Prozent ein.
Die Aktienkurse des Softwareanbieters GFT Technologies DE0005800601 und der Beteiligungsgesellschaft Indus DE0006200108 gerieten nach Quartalszahlen im SDax unter Druck. GFT sackten um 8,0 Prozent und Indus um 11,2 Prozent ab. Analysten bemÀngelten bei GFT vor allem die Ergebnisse. Indus hatte wegen der US-Zollpolitik und Exportkontrollen in China seine Jahresziele gesenkt./ck/he
--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---

