Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Erholung schreitet voran - Trump schiebt Iran-Angriff auf

19.05.2026 - 15:02:28 | dpa.de

Der Dax DE0008469008 nimmt am Dienstag seinen Schwung vom Vortag weiter mit.

Gut an kam bei Anlegern, dass US-Präsident Donald Trump einen angeblich geplanten Angriff auf den Iran vertagt hat. Schon am Montag hatte sich im Verlauf Hoffnung auf eine Annäherung in den Verhandlungen breit gemacht, nachdem der Leitindex unter der Last hoher Ölpreise zunächst abgetaucht war.

Am Nachmittag bewegte sich der Dax 1,3 Prozent höher bei 24.625 Punkten. Mit 24.690 Punkten konnte er sich in der Spitze noch etwas deutlicher der 25.000-Punkte-Marke annähern, die vor knapp zwei Wochen letztmals angetestet worden war. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten legte zuletzt um etwa ein Prozent auf 31.751 Punkte zu.

Auf europäischer Bühne stieg der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 um 0,8 Prozent. Anleger sehen offenbar Nachholbedarf im Vergleich zu den US-Börsen, die am Dienstag auf einen etwas schwächeren Start zusteuern. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 und der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 waren dem deutschen Markt zuletzt mit einer Rekordrally enteilt.

Am Vorabend ließ Trump verlauten, dass er einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran auf Bitten mehrerer Golfstaaten vorerst abgesagt habe. Es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb der US-Präsident auf der Plattform Truth Social. Allerdings haben mehrere Golfstaaten-Vertreter dem "Wall Street Journal" zufolge erklärt, ihnen sei der von Trump erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf den Iran nicht bekannt.

"Dass dieser Konflikt heute nicht durch einen neuen Militärschlag eskaliert, ist ganz klar positiv zu bewerten", kommentierte der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Auch die Ölpreise kamen wieder etwas von ihrem hohen Niveau zurück. Ob es hinter den Kulissen tatsächlich Annäherungen zwischen den USA und dem Iran gebe, darüber kann aber laut Altmann nur spekuliert werden.

Am Dienstag waren Werte gefragt, die zuletzt abgestoßen wurden, darunter neben Rüstungs- auch viele Softwareaktien. Aus dem Rüstungsbereich setzten die Rheinmetall DE0007030009-Aktien ihre jüngste Erholung mit einem Anstieg um 4,6 Prozent fort. Aus dem Softwarebereich verbuchten die Titel von SAP DE0007164600, Nemetschek DE0006452907 und Atoss Software DE0005104400 Gewinne zwischen 6,3 und 12 Prozent.

Umgekehrt gab es Gewinnmitnahmen bei zuletzt gut gelaufenen Werten aus den Bereichen Halbleiter, Chemie und Solartechnologie. Beim Chipkonzern Infineon DE0006231004 machte sich dies mit einem Abschlag von 2,2 Prozent bemerkbar. Titel von SMA Solar DE000A0DJ6J9 büßten mehr als neun Prozent ein, nachdem sich der Kurs 2026 zuletzt verdoppelt hatte.

Mit den finalen Zahlen der Hornbach Holding DE0006083405 gab es einen Nachzügler der Berichtssaison. Der Baumarktkonzern gab wegen anhaltenden Kostendrucks einen verhaltenen Ausblick ab. Mit einem Anstieg um 0,8 Prozent goutierten es die Anleger aber, dass es ermutigende Aussagen zum Start in die Frühjahrssaison gab.

Im MDax gehörten Knorr-Bremse DE000KBX1006 mit 2,5 Prozent nach einer Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup zum erweiterten Gewinnerkreis. Nach ihrer jüngsten Schwäche wirkten die Titel nun günstig für ein so starkes Unternehmen aus dem Investitionsgütersektor, argumentierte Vivek Midha.

Mächtig unter Druck gerieten dagegen die Titel von Ottobock DE000BCK2223, da der Prothesenhersteller just am Tag der Hauptversammlung vom Leerverkäufer Grizzly Research mit einem negativen Report konfrontiert wird. Der Kurs litt darunter mit zuletzt knapp zehn Prozent Minus.

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