Dax am Mittag weiter im Aufwind - RĂ€tseln ĂŒber Grönlands Rohstoffe
22.01.2026 - 12:32:18"Viel Erleichterung herrscht auf den Börsenparketts dieser Welt nach der Rede des US-PrĂ€sidenten Trump in Davos, vor allem aber nach den Nachrichten, die dann am Abend aus dem Schweizer Hochgebirge ĂŒber die Ticker liefen", sagte Daniel Kostecki, Marktanalyst bei CMC Markets. "Parallel zu einem Rahmenabkommen ĂŒber Grönland will die US-Regierung nun wieder Abstand von den noch am Wochenende angedrohten Strafzöllen nehmen."
"Handelt es sich aber wirklich um einen RĂŒckzug von Donald Trump und sind seine ĂuĂerungen als ein Zeichen von SchwĂ€che zu interpretieren? Es erscheint sehr plausibel, dass es sich hierbei um eine klassische Nebelkerze handelt, die die Aufmerksamkeit von Washingtons tatsĂ€chlichem Sieg ablenken soll. Berichte der New York Times deuten darauf hin, dass eine Vereinbarung zwischen den USA, der Nato, DĂ€nemark und Grönland die Umsetzung eines Modells beinhalten könnte, das zuvor in den Beziehungen zwischen GroĂbritannien und Zypern angewendet wurde. Langfristig könnte ein solcher Schritt zu einer vollstĂ€ndigen Neugestaltung des Machtgleichgewichts in der Arktis fĂŒhren, was eindeutig zum Vorteil der Vereinigten Staaten wĂ€re."
"Die Anwendung dieses spezifischen Rechtsrahmens auf Grönland wĂŒrde, sollte dies geschehen, weit ĂŒber eine einfache VerlĂ€ngerung der militĂ€rischen PachtvertrĂ€ge hinausgehen. Die USA dĂŒrften versuchen, Enklaven zu errichten, ĂŒber die sie die volle und ausschlieĂliche SouverĂ€nitĂ€t ausĂŒben - beispielsweise um eine uneingeschrĂ€nkte Mineralgewinnung zu ermöglichen oder fĂŒr das fast 200 Milliarden US-Dollar teure "Golden Dome"-Projekt. Damit wĂŒrden diese Gebiete sowohl der dĂ€nischen als auch der grönlĂ€ndischen Gerichtsbarkeit entzogen."
Der interessanteste Aspekt dieses Szenarios betreffe den Zugang zu Seltenen Erden. Es werde erwartet, dass die USA zeitnah mit der Förderung im Tanbreez-Vorkommen auf Grönland beginnen. "Seit Ende vergangenen Jahres wird dieses Projekt vom börsennotierten Unternehmen Critical Metals Corp. kontrolliert, das es von einem australischen Unternehmen erworben hat, das zuvor an diesem Standort nach Seltenen Erden gesucht hatte."
Noch aber verbiete das derzeitige grönlĂ€ndische Recht den Uranabbau effektiv. "Die Schaffung einer souverĂ€nen US-Basis, die dieses Gebiet umfasst, wĂŒrde lokale BeschrĂ€nkungen automatisch aufheben. Das US-Bundesrecht erlaubt nicht nur den Uranabbau, sondern erkennt ihn ausdrĂŒcklich als eine Frage der nationalen Sicherheit an", sagte Kostecki.
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Donnerstagnachmittag etwas stĂ€rker: Ein Euro kostete 1,1695 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8551 Euro zu haben.
Der Goldpreis lieĂ leicht nach, am Nachmittag wurden fĂŒr eine Feinunze 4.828 US-Dollar gezahlt (-0,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 132,72 Euro pro Gramm.
Der Ălpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 64,47 US-Dollar, das waren 77 Cent oder 1,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


