Aktien Frankfurt: Dax auf Erholungskurs - Quartalszahlen und Trumps China-Besuch
13.05.2026 - 12:02:19 | dpa.deIm Blick steht neben einer Flut an Quartalsberichten vor allem der Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in China, auf dem er unter anderem nun doch von Jensen Huang, dem Chef des KI-Chipgiganten Nvidia, begleitet wird.
Der Dax DE0008469008 eroberte gleich zum Handelsstart die Marke von 24.000 Punkten zurück, unter die er am Vortag gesackt war. Zur Mittagszeit legte das deutsche Börsenbarometer um 0,6 Prozent auf 24.095 Punkte zu.
In der vergangenen Woche war es angesichts wachsender Zuversicht über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran noch etwas über 25.150 Punkten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn geklettert. Mit wieder schwindenden Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts hatten sich dann jedoch auch die Erholungsgewinne wieder aufgelöst.
Der MDax DE0008467416, der Index der mittelgroßen Werte, gewann am Mittwochmittag 0,3 Prozent auf 31.098 Zähler und auch europaweit legten die Börsen überwiegend zu.
Der Besuch Trumps in China dürfte aus gleich zweierlei Gründen stark beachtet werden. Zum einen, was den Iran-Krieg betrifft: Der Regierung in Peking wird laut der Landesbank Baden-Württemberg eine besondere Rolle zugeschrieben, da ihr das Potenzial zugetraut wird, "als vermittelnde Kraft zwischen den Konfliktparteien aufzutreten".
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners wies zum anderen darauf hin, dass die Nachricht über die Teilnahme des Nvidia-Chefs US67066G1040 an der China-Reise Trumps positiv an den Märkten ankomme. "Das gibt den Börsen Hoffnung auf eine weitere Entspannung der Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden Supermächten."
Hierzulande dreht sich derweil aktuell alles um massenhaft vorgelegte Quartalsberichte aus Dax, MDax und SDax DE0009653386. Im Leitindex setzten sich Merck KGaA DE0006599905 an die Spitze mit plus 7,5 Prozent. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern trotzte starken negativen Wechselkurseffekten und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten und verdiente operativ mehr als erwartet. Entsprechend hob der neue Konzernchef Kai Beckmann die Prognose an.
Stark zeigte sich mit plus vier Prozent auch die Eon-Aktie DE000ENAG999, nachdem der Energiekonzern mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen ebenfalls übertraf. Der Mittelwert der Jahreszielspanne für das operative Ergebnis dürfte unter Anlegern nun den Eindruck bestärken, dass die Prognose konservativ sei, hieß es von Barclays. RWE-Anteile DE0007037129 dagegen schwächelten nach der Vorlage der Dreimonatszahlen mit minus 0,4 Prozent.
Geringere Versicherungsschäden und ein brummendes Fondsgeschäft bescherten der Allianz DE0008404005 einen überraschend starken Jahresstart und der Aktie ein Kursplus von 1,5 Prozent. Um ebenfalls 1,5 Prozent stieg die T-Aktie. Das Wachstum von T-Mobile US US8725901040, der wichtigsten Sparte des Unternehmens, verhalf dem Mutterkonzern Deutsche Telekom DE0005557508 zu einem starken Jahresstart. Zudem wurde die Prognose leicht angehoben.
Siemens-Anteile DE0007236101 verloren dagegen 0,3 Prozent. Der Technologiekonzern überzeugte zwar mit seinen Aufträgen im Bereich Rechenzentren, doch die Aufträge im Bereich Industrieautomatisierung fielen nach den Worten des Analysehauses Jefferies im Vergleich zu den zuletzt gestiegenen Investorenerwartungen etwas schwächer aus.
Im MDax ragten Bilfinger DE0005909006 mit einem Abschlag von rund acht Prozent als Index-Schlusslicht heraus. Der Industriedienstleister bekam im ersten Quartal wegen des Iran-Kriegs die Zurückhaltung seiner Kunden zu spüren. Der Auftragseingang ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück./ck/zb
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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