DGB-Chefin: 'HĂ€nde weg vom Arbeitszeitgesetz'
27.02.2026 - 13:03:49 | dpa.de"Die Auflösung des Arbeitszeitgesetzes (...) wĂŒrde insbesondere Frauen mit voller Wucht treffen", sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi in Berlin. Bei einer Veranstaltung am Brandenburger Tor ging Fahimi auf Konfrontationskurs auch zu Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und sagte: "HĂ€nde weg vom Arbeitszeitgesetz!"
Merz hatte im Januar auf die Frage, welches Gesetz er am ehesten streichen wĂŒrde, vor Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern gesagt: "Ich wĂŒrde wahrscheinlich das Arbeitszeitgesetz streichen." Deutliche Lockerungen sind momentan in der Koalition geplant. Denn laut Koalitionsvertrag wollen Union und SPD die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer tĂ€glichen Höchstarbeitszeit schaffen. Zuletzt hatte die CSU auf Umsetzung des Plans in diesem Jahr gepocht. Vorbereitet wird die Regelung, die zustĂ€ndigkeitshalber Sozialministerin und SPD-Chefin BĂ€rbel Bas umsetzen mĂŒsste, hinter den Kulissen mit GesprĂ€chen mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern.
DGB warnt vor unkalkulierbaren Zeiten
Der DGB fĂŒrchtet, dass ein Ende des Acht-Stunden-Tags vor allem Frauen Nachteile brĂ€chte. "Es ist nichts schĂ€dlicher fĂŒr Vereinbarkeit als unkalkulierbare Arbeitszeiten", sagte Fahimi. Ohne die heutigen Arbeitszeitregeln wĂŒrde es Frauen demnach noch schwerer fallen, Arbeit, Kinderbetreuung und eventuell Pflege unter einen Hut zu bringen.
Zum Equal Pay Day, einem internationalen Aktionstag fĂŒr Entgeltgleichheit zwischen Frauen und MĂ€nnern, untermauerten die Gewerkschaften ihre Forderungen, die Schlechterstellung von Frauen in der Arbeitswelt zu beenden. Nötig sei dazu auch, dass die Koalition endlich die bestehende europĂ€ische Richtlinie fĂŒr Transparenz beim Entgelt in nationales Recht umsetze. SozialstaatssekretĂ€rin Katja Mast (SPD) nannte die bestehende durchschnittliche LohnlĂŒcke zwischen Frauen und MĂ€nnern einen "politischen Skandal". Frauen verdienen im Schnitt laut Statistischem Bundesamt pro Arbeitsstunde 16 Prozent weniger als MĂ€nner.
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