Symrise geht vorsichtig ins Jahr 2026
04.03.2026 - 10:09:26 | dpa.deDie Prognose fĂŒr 2026 berĂŒcksichtige auch die herausfordernde globale Nachfragesituation, geopolitische Unsicherheiten sowie die Auswirkungen inflationĂ€rer Zollentwicklungen auf das Kaufverhalten von Konsumenten, teilte Symrise am Mittwoch in Holzminden mit.
Konzernchef Jean-Yves Parisot verweist aber auch auf die "zahlreichen ProjektaktivitĂ€ten mit wichtigen Kunden" sowie auf eine gut gefĂŒllte Pipeline mit neuen Produkten. RĂŒckenwind sollen zudem weiterhin Kostenkontrolle und der Umbau des Portfolios liefern. Im vergangenen Jahr erreichte Symrise bereits Einsparungen und Effizienzsteigerungen von 50 Millionen Euro und damit 10 Millionen mehr als ursprĂŒnglich geplant.
An der Börse kamen die Neuigkeiten allerdings zunÀchst schlecht an. Der Aktienkurs fiel am Mittwochvormittag zuletzt um 1,6 Prozent auf 72,02 Euro. Damit wackelt nun die seit Mitte Dezember laufende Erholung ein wenig; intakt ist der Trend aber noch.
Der Umsatz dĂŒrfte 2026 aus eigener Kraft - also Ăbernahmen, ZukĂ€ufe und Wechselkurseffekte herausgerechnet - um zwei bis vier Prozent steigen, teilte das Unternehmen weiter mit. Die mittlere AnalystenschĂ€tzung liegt bereits eher am oberen Ende der Spanne. Allerdings rechnet das Symrise-Management damit, dass der Umsatz organisch im ersten Quartal im Vergleich zum hohen Vorjahreswert im niedrigen einstelligen Bereich sinken wird.
WĂ€hrend die Resultate des Schlussquartals 2025 den Jahresausblick eigentlich untermauern sollten, könnten die ĂuĂerungen zum ersten Quartal bei Investoren durchaus Skepsis erzeugen, schrieb Analystin Georgina Fraser von der Investmentbank Goldman Sachs in einer ersten Reaktion. Ăhnlich sieht es Alex Sloane von der Bank Barclays: 2026 hĂ€nge angesichts des wohl trĂ€gen Auftakts viel vom Wachstum im spĂ€teren Jahresverlauf ab.
2025 habe Symrise gerade im Schlussquartal vom starken organischen Wachstum der Sparte Scent & Care profitiert, in der es im GeschĂ€ft mit DĂŒften fĂŒr teure ParfĂŒms sowie mit DĂŒften etwa fĂŒr Körperpflege- und Haushaltsprodukte gut gelaufen sei, schrieb Sloane weiter. Der GeschĂ€ftsbereich Taste Nutrition & Health rund um ZusĂ€tze etwa fĂŒr Lebensmittel und Haustiernahrung habe gegen Ende des Jahres indes etwas schlechter abgeschnitten als am Markt erwartet. WĂ€hrend ZusĂ€tze fĂŒr GetrĂ€nke und wĂŒrzige Snacks gefragt gewesen seien, leide das GeschĂ€ft mit ZusĂ€tzen fĂŒr Heimtiernahrung weiter unter Preisdruck.
Alles in allem erreichte der Dax-Konzern DE0008469008 2025 organisch ein Erlösplus von 2,8 Prozent auf 4,93 Milliarden Euro und damit seine im Herbst gesenkte Prognose. Nominal fielen die Erlöse wegen Wechselkursbelastungen leicht.
Als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) blieben im vergangenen Jahr 18,5 Prozent des Umsatzes hĂ€ngen; das operative Ergebnis sank damit um rund 12 Prozent auf 913 Millionen Euro. Negative Sondereffekte etwa fĂŒr den Portfolioumbau herausgerechnet, ergibt sich ein operativer Gewinn von etwas mehr als einer Milliarde Euro - die Marge betrĂ€gt auf dieser Basis 21,9 Prozent. Sie soll 2026 bei 21,5 bis 22,5 Prozent herauskommen.
Das Ergebnis unter dem Strich brach 2025 um fast die HÀlfte auf knapp 250 Millionen Euro ein. Das lag auch an Wertberichtigungen in Höhe von 148 Millionen Euro auf das Terpen-GeschÀft, das verkauft wird, sowie auf die schwedische börsennotierte Beteiligung Swedencare in Höhe von 150 Millionen Euro. Die Belastungen sind seit Januar bekannt.
ZusĂ€tzlich zu den Wertberichtigungen hatte Symrise im Januar ein AktienrĂŒckkaufprogramm im Volumen von bis zu 400 Millionen Euro angekĂŒndigt, das vom 1. Februar bis 31. Oktober 2026 laufen soll. Symrise verfĂŒge ĂŒber einen hohen freien Mittelfluss und zunehmende finanzielle FlexibilitĂ€t durch PortfoliomaĂnahmen, hatte Vorstandschef Parisot da erklĂ€rt. Wie nun am Mittwoch bekannt wurde, soll zudem die Dividende von 1,20 auf 1,25 Euro je Anteilsschein steigen.
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