Thyssenkrupp Nucera setzt vorerst auf Chlor-Alkali-GeschÀft - Aktie steigt
17.12.2025 - 12:15:36Das GeschĂ€ft sei derzeit "unser StabilitĂ€tsanker", sagte Konzernchef Werner Ponikwar am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Der Bereich dĂŒrfte daher den Löwenanteil zu Umsatz und Ergebnis im neuen GeschĂ€ftsjahr 2025/26 (per Ende September) beitragen.
Dagegen geht der Anlagenbauer von einem weiterhin schwierigen GeschĂ€ft mit Wasserstoff aus und erwartet dort weitere Verluste, die auch die Chlor-Alkali-Sparte nicht ausgleichen dĂŒrfte. Nucera hatte bereits Ende November seine Prognose fĂŒr 2025/26 veröffentlicht, demzufolge der Umsatz von 845 Millionen auf 500 bis 600 Millionen Euro zurĂŒckgehen wird. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet das Unternehmen bei 0 bis minus 30 Millionen Euro, nach einem kleinen Gewinn von 2 Millionen im Vorjahr. Ponikwar sprach von einem "Ăbergangsjahr".
Das NeugeschĂ€ft soll wieder anziehen. Dabei hofft Nucera auf GroĂprojekte in beiden Bereichen, ein weiterer Treiber soll das ServicegeschĂ€ft der Chlor-Alkali-Sparte sein. Die erwartete Spanne ist mit 350 bis 900 Millionen Euro allerdings recht groĂ. Das untere Ende der avisierten Bandbreite hĂ€lt Analyst Colin Moody von der kanadischen Bank RBC allerdings fĂŒr ziemlich konservativ. Im Vorjahr war das NeugeschĂ€ft wegen einer zurĂŒckhaltenden Nachfrage nach Wasserstoff um 45 Prozent auf 348 Millionen Euro eingebrochen.
Dennoch ist Konzernchef Ponikwar weiter vom Potenzial des grĂŒnen Wasserstoffs ĂŒberzeugt. Um dieses zu heben, benötige der Sektor aber Investitionssicherheit und regulatorische Klarheit. In den USA etwa sorge jedoch die zunehmende Abkehr von erneuerbaren Energien fĂŒr ein steigendes Investitionsrisiko.
Nucera hatte ebenfalls Ende November bereits vorlÀufige Zahlen vorgelegt, die nun bestÀtigt wurden. Finanziell zeigte sich das Unternehmen dabei solide. So erreichte Nucera 2024/25 einen positiven Mittelzufluss, im Gegensatz zum Jahr zuvor. Das Unternehmen sei in der Lage, sich aus dem laufenden GeschÀft zu finanzieren, hob Ponikwar hervor. Zudem setze der Anlagenbauer weiter auf Kostendisziplin.
Die Aktie, die in wenigen Tagen aus dem Kleinwertesegment SDax DE0009653386 absteigen wird, kletterte am Mittwochvormittag kurzzeitig auf den höchsten Stand seit knapp einem Monat. Der Kurs zog dabei um bis zu 5 Prozent an, bröckelte aber rasch wieder ab. Zuletzt lag der Anteilsschein noch mit 1,3 Prozent im Plus bei 8,07 Euro. Die Aktie reduzierte damit ihr Jahresminus auf rund 24 Prozent. Im Oktober hatte der Kurs mit 11,90 Euro noch den höchsten Stand seit rund eineinhalb Jahren erreicht.

