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Europa Schluss: Erholung stockt - EuroStoxx macht Minus aber wett

21.05.2025 - 18:27:45

Der Erholungstrend an Europas AktienmÀrkten ist am Mittwoch ins Stocken geraten.

Allerdings konnten sie sie ihre Kursverluste letztlich klar eindĂ€mmen und trotzten so den schwachen US-Börsen. Die Luft sei etwas raus, und mittlerweile drĂ€ngten sich die altbekannten Probleme wieder verstĂ€rkt in den Vordergrund, kommentierten HĂ€ndler. Berichte ĂŒber einen geplanten Angriff Israels auf Irans Atomanlagen schĂŒrten Sorgen um die ohnehin fragile Lage im Nahen Osten.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss prozentual unverĂ€ndert mit 5.454,46 Punkten. Zeitweise hatte es der Leitindex der Eurozone sogar knapp in positives Terrain geschafft. FĂŒr den Schweizer SMI CH0009980894 ging es am Ende um 0,22 Prozent auf 12.380,36 Punkte nach unten. Der britische FTSE 100 GB0001383545 legte um 0,06 Prozent auf 8.786,46 Punkte zu. Der ĂŒberraschend starke Inflationsschub in Großbritannien im April ließ die Anleger in London offenbar kalt.

Die Erholung an den AktienmĂ€rkten nach der Anfang April verkĂŒndeten Aussetzung zusĂ€tzlicher US-Zölle fĂŒr viele LĂ€nder verliere an Schwung, sagte Susana Cruz, Strategin bei Panmure Liberum. FĂŒr europĂ€ische Aktien ist die Expertin im Vergleich zu den USA konstruktiver gestimmt, da sie von den hohen Staats- sowie Verteidigungsausgaben profitierten und weniger politischen Unsicherheiten ausgesetzt seien.

Im marktbreiten Stoxx Europe 600 EU0009658202 waren Telekommunikationstitel EU000958947 am stĂ€rksten gefragt. Der Sektorindex EU0009658947 setzte mit plus 0,9 Prozent seinen AufwĂ€rtstrend fort und erreichte den höchsten Stand seit 7 Jahren. Dahinter ging es fĂŒr den Index der Technologietitel EU0009658921 um 0,7 Prozent bergauf.

Dagegen belegten die Subindizes der EinzelhĂ€ndler CH0019112553 und Autofirmen EU0009658681 mit RĂŒckgĂ€ngen um jeweils mehr als 0,7 Prozent hintere PlĂ€tze.

Bei ersterem drĂŒckte der Kursverlust von 10,6 Prozent des Sportwaren-EinzelhĂ€ndlers JD Sports GB00BM8Q5M07 auf die Stimmung. Analystin Monique Pollard von der US-Bank Citigroup attestierte dem FTSE-100--Schlusslicht eine "enttĂ€uschende GeschĂ€ftsentwicklung" im laufenden Quartal. Außerdem verwies sie auf den Unternehmenskommentar zum "volatilen Markt" und die "geringe Berechenbarkeit der Auswirkungen der US-Zölle".

Die Papiere von Marks & Spencer GB0031274896 erholten sich hingegen von Verlusten von anfangs fast 4 Prozent und legten letztlich um 1,9 Prozent zu. Der Einzelhandelskonzern teilte mit, dass der Betriebsgewinn in diesem GeschÀftsjahr wegen eines Cyberangriffs, den er vor einem Monat erlitten habe, sinken werde.

Dass der Nahrungsmittelkonzern Nestle CH0038863350 möglicherweise einen Anteil an seinem WassergeschĂ€ft verĂ€ußern will, wurde letztlich positiv aufgenommen: Die Aktien schlossen in einem freundlichen Branchenumfeld EU0009658749 0,6 Prozent fester.

Dagegen bĂŒĂŸten die Titel des schweizerischen Nebenwerts Julius BĂ€r CH0102484968 knapp 5 Prozent ein. Die Privatbank muss eine weitere Wertberichtigung auf ihrem Kreditportfolio vornehmen. Dies fĂŒhre zu einer Nettobelastung von 130 Millionen Franken, hatte sie am Dienstagabend nach Börsenschluss mitgeteilt.

@ dpa.de | CH0009980894 BöRSEN/AKTIEN