WĂ€hrung, Österreich

Devisen: Euro steigt nach US-Zollpaket auf höchsten Stand seit sechs Monaten

03.04.2025 - 17:33:11 | dpa.de

Der Euro EU0009652759 hat am Donnerstag mit einem Höhenflug auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung reagiert.

Am Nachmittag stieg die GemeinschaftswĂ€hrung bis auf 1,1145 US-Dollar. Dies ist der höchste Stand seit sechs Monaten. Vor der Pressekonferenz von US-PrĂ€sident Donald Trump mit der AnkĂŒndigung von weitreichenden Zöllen am Mittwochabend hatte der Euro nur 1,0850 Dollar gekostet. Die EuropĂ€ische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1097 (Mittwoch: 1,0803) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9114 (0,9256) Euro.

Der Dollar geriet zu allen wichtigen WĂ€hrung massiv unter Druck. Neben dem Euro legten der Schweizer Franken und der japanische Yen besonders deutlich zu. Die Wirtschaftspolitik hatte bereits in den vergangenen Wochen den Dollar belastet.

US-PrĂ€sident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket allen Handelspartnern den Kampf an. Seine Regierung fĂŒhrt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen LĂ€ndern ein. FĂŒr viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der EuropĂ€ischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank erwartet einen globalen Handelskrieg. "Die Weltwirtschaft könnte schweren Schaden nehmen. Dies betrifft auch die USA selbst." Andererseits wĂŒrden Inflationsraten steigen, da viele Konsumwaren aufgrund der EinfuhrgebĂŒhren im Preis steigen werden. "Damit kommt es zu einem schweren Spagat fĂŒr die US-Notenbank."

Die MĂ€rkte bewerten derzeit offenbar die Risiken fĂŒr das Wirtschaftswachstum in den USA höher als die Gefahren fĂŒr die Inflation. An den FinanzmĂ€rkten wird daher bereits auf vier Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr spekuliert. Damit könnte die Fed versuchen, die Konjunktur zu stĂŒtzen. Niedrigere Zinsen wĂŒrden den Dollar belasten.

Zudem hat sich im MĂ€rz die Stimmung im wichtigen Dienstleistungssektor in den USA eingetrĂŒbt. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten. Der RĂŒckgang war zudem stĂ€rker als von Volkswirten erwartet. "Daher trĂŒben sich die konjunkturellen Perspektiven in den USA ein, zumal die gestern verkĂŒndeten US-Einfuhrzölle zusĂ€tzlich fĂŒr Verunsicherung sorgen dĂŒrften", kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Zu anderen wichtigen WĂ€hrungen legte die EZB die Referenzkurse fĂŒr einen Euro auf 0,84163 (0,83455) britische Pfund, 162,17 (161,22) japanische Yen und 0,9538 (0,9520) Schweizer Franken fest. Die Feinunze kostete am Nachmittag in London 3.106 Dollar. Das waren etwa 28 Dollar weniger als am Vortag.

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