Devisen: Euro klettert nach starken US-Daten auf höchsten Stand seit Mitte MÀrz
17.07.2024 - 21:04:39Mit 1,0948 US-Dollar erreichte die GemeinschaftswÀhrung zeitweise den höchsten Stand seit Mitte MÀrz. Im New Yorker Handel kostete die GemeinschaftswÀhrung zuletzt noch 1,0935 Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0934 (Dienstag: 1,0902) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,9146 (0,9172) Euro gekostet.
Devisenexperten begrĂŒndeten die seit Wochen anhaltende SchwĂ€che des Dollar gegenĂŒber anderen wichtigen WĂ€hrungen mit der Aussicht auf eher frĂŒher als spĂ€ter sinkende Leitzinsen in den USA. Denn die heimische Teuerung hatte sich im Juni spĂŒrbar abgeschwĂ€cht. Konjunkturdaten vom Mittwoch fielen zwar stĂ€rker als erwartet aus und sprechen damit eher fĂŒr ein vorsichtiges Vorgehen der US-Notenbank Fed. Sie spielten aber am Devisenmarkt keine groĂe Rolle. Im Juni war die Industrieproduktion gegenĂŒber dem Vormonat doppelt so stark gestiegen wie prognostiziert. AuĂerdem legten die Baugenehmigungen deutlich zu - hier war nur ein minimaler Anstieg erwartet worden.
Gleichzeitig wird die EZB bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Zinsen wohl nicht antasten. Die WĂ€hrungshĂŒter der Eurozone sind laut Commerzbank-Experte Marco Wagner zuletzt vorsichtiger geworden. Zwar habe sich die Inflation in der Eurozone im Juni auf 2,5 Prozent abgeschwĂ€cht. Allerdings verharrte die Kerninflation, bei der die schwankungsanfĂ€lligen Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert werden, mit 2,9 Prozent auf einem erhöhtem Niveau. Zudem deuteten die Lohndaten der EuropĂ€ischen Zentralbank darauf hin, dass der krĂ€ftigste Lohnanstieg sogar noch kommen dĂŒrfte. Damit sprechen aus geldpolitischer Sicht mehrere GrĂŒnde fĂŒr einen weiterhin stĂ€rkeren Euro und einen schwĂ€cheren Dollar.

