Devisen: Euro sinkt zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit November
12.04.2024 - 17:03:50Am Nachmittag kostete die GemeinschaftswĂ€hrung 1,0623 US-Dollar. Dies ist der niedrigste Stand seit Anfang November. Im frĂŒhen Handel hatte der Euro noch ĂŒber einen Cent höher notiert. Die EuropĂ€ische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0652 (Donnerstag: 1,0729) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9387 (0,9320) Euro.
Der Euro steht unter Druck, weil der Zinsunterschied zwischen der Eurozone und den USA wachsen dĂŒrfte. WĂ€hrend die EZB auf eine erste Zinssenkung im Juni zusteuert, scheint die US-Zentralbank Fed mit einer Lockerung ihrer straffen Geldpolitik noch abwarten zu wollen. Ausschlaggebend ist die höhere und zĂ€he Inflation in den USA sowie die robustere Verfassung der dortigen Konjunktur. Höhere Zinsen kommen einer WĂ€hrung meist zugute, in diesem Fall dem Dollar.
Die am Nachmittag veröffentlichten Konjunkturdaten bestÀtigten das Bild einer hartnÀckigen Inflation in den Vereinigten Staaten. So sind April die Inflationserwartungen der US-Verbraucher laut einer Umfrage der UniversitÀt von Michigan gestiegen. Zudem haben die Einfuhrpreise im Februar deutlicher als erwartet zugelegt.
"Wenn die Konjunkturunterschiede zwischen Europa und den USA so groĂ werden wie gegenwĂ€rtig, dann kann auch die Geldpolitik temporĂ€r auseinandergehen, wobei sich mittelfristig die europĂ€ische Wirtschaft den KrĂ€ften der US-MĂ€rkte nicht ganz entziehen kann", kommentierte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. In der Eurozone dĂŒrfte nach einer Zinssenkung im Juni laut Kater im Herbst ein weiterer Schritt folgen.
Zu anderen wichtigen WĂ€hrungen legte die EZB die Referenzkurse fĂŒr einen Euro auf 0,85424 (0,85525) britische Pfund, 163,16 (164,18) japanische Yen und 0,9716 (0,9787) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 2424 Dollar gehandelt. Das waren 52 Dollar mehr als am Vortag.

