Europa Schluss: EuroStoxx auf Rekordhoch - Pharmaaktien stark
01.10.2025 - 18:55:01Doch nicht nur der Leitindex der Euroregion legte zu, auch allgemein zeigten sich die wichtigsten AktienmÀrkte Europas zur Wochenmitte freundlich. Auftrieb gab vor allem die Pharmabranche nach Neuigkeiten aus den USA.
Der EuroStoxx gewann 0,93 Prozent auf 5.581,21 Punkte. Seine Bestmarke liegt nun bei etwas ĂŒber 5.590 ZĂ€hlern. Die Favoriten waren Sanofi FR0000120578 mit plus 8,4 Prozent, Argenx NL0010832176 mit plus 7,2 Prozent oder auch Bayer DE000BAY0017, die um 5,00 Prozent zulegten.
AuĂerhalb des Euroraums stieg der Schweizer SMI CH0009980894 um 2,07 Prozent auf 12.360,13 Punkte und profitierte damit ebenfalls deutlich von den Kursgewinnen seiner Pharma-Schwergewichte. Roche CH0012032048 sprangen um 8,6 Prozent hoch und Novartis CH0012005267 um 3,9 Prozent. FĂŒr den britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es um 1,03 Prozent auf 9.446,43 Punkte nach oben. Hier waren etwa Astrazeneca GB0009895292, GSK GB0009252882 und Hikma Pharma GB00B0LCW083 besonders gefragt.
Tags zuvor hatte die US-Regierung im Streit ĂŒber hohe Medikamentenpreise mit dem Pharma-Branchenriesen Pfizer US7170811035 eine erste Vereinbarung bekannt gegeben. Dieser hat sich bereit erklĂ€rt, Preise fĂŒr Medikamente im Rahmen von Medicaid im Gegenzug fĂŒr Zollerleichterungen zu senken. Laut PrĂ€sident Donald Trump sollen weitere Vereinbarungen mit anderen Pharmakonzernen folgen. Damit schwinde nicht nur Unsicherheit, sondern - da bisher Schlimmeres befĂŒrchtet worden sei -, herrsche auch allgemein Erleichterung, sagte ein Börsianer.
Die US-Haushaltssperre lieĂ die MĂ€rkte unterdessen kalt. Das könnte sich aber noch Ă€ndern. "Die Anleger setzen darauf, dass in den kommenden Tagen doch noch eine Lösung gefunden und der Shutdown beendet wird", schrieb Marktstratege JĂŒrgen Molnar vom Broker Robomarkets. "Doch mit jedem weiteren Tag ohne AnnĂ€herung im Kongress dĂŒrfte dieses Thema an Brisanz gewinnen."
Denn die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten wird damit behindert. FĂŒr die US-Notenbank Fed könnte dies problematisch werden, zumal Ende Oktober die nĂ€chste Zins-Sitzung ansteht. "Auch ohne die fehlenden Daten steht das Komitee bereits vor der schwierigen Aufgabe, einen schwĂ€chelnden Arbeitsmarkt mit erheblichen AbwĂ€rtsrisiken gegen ein zunehmend inflationĂ€res Umfeld abzuwĂ€gen", sagte Eric Winogard, Chefvolkswirt USA bei AllianceBernstein.
Abgesehen vom Pharmasektor legten auch Aktien aus der Sportartikelbranche spĂŒrbar zu. Der starke Quartalsbericht des US-Sportartikelherstellers Nike US6541061031 gab europĂ€ischen Branchenkollegen Auftrieb. FĂŒr Adidas DE000A1EWWW0 ging es im EuroStoxx um 4,0 Prozent hoch, JD Sports GB00BM8Q5M07 gewannen in London 6,8 Prozent.
Zu den Gewinnern unter den ebenfalls starken Versorgeraktien gehörten auĂerdem Engie FR0010208488, die nach einer Hochstufung durch die Bank of America auf "Buy" um 2,2 Prozent zulegten.
Stahlwerte profitierten zudem einmal mehr von einem möglichen Schutz der Branche vor Importen. Die Papiere von Primus ArcelorMittal LU1598757687 gewannen 5,3 Prozent und erreichten ein Hoch seit 2022. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete ĂŒber protektionistische PlĂ€ne der EU. Die Politiker hĂ€tten vor, die Einfuhrquote fĂŒr auslĂ€ndischen Stahl auf die HĂ€lfte zu reduzieren. FĂŒr darĂŒber hinausgehende Importe habe EU-Industriekommissar Stephan Sejourne hinter verschlossenen TĂŒren Zölle angekĂŒndigt, die jenen anderer Staaten gegen Stahl-Importe aus der EU entsprĂ€chen.

