Ergebnisse, Produktion/Absatz

ProSiebenSat.1 macht 2023 mehr Verlust

07.03.2024 - 07:35:30

Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 DE000PSM7770 ist im vergangenen Jahr wegen eines geringeren Umsatzes tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Der Verlust betrĂ€gt 134 Millionen Euro, nach einem Minus von 49 Millionen im Vorjahr, wie das SDax-Unternehmen DE0009653386 am Donnerstag in Unterhaching bei MĂŒnchen mitteilte. Den AktionĂ€ren will der Vorstand wie im Vorjahr dennoch eine Dividende von 5 Cent je Anteil ausschĂŒtten. FĂŒr das laufende Jahr erwartet er ein leichtes Umsatzwachstum und - wie bereits bekannt - ein bereinigtes Betriebsergebnis auf gleichem Niveau.

Die Unsicherheit bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen und die damit verbundene ZurĂŒckhaltung der Werbeindustrie hĂ€tten vor allem das erste Halbjahr 2023 geprĂ€gt, erklĂ€rte ProSiebenSat.1. Im Schlussquartal seien die UmsĂ€tze gestiegen. Im Gesamtjahr sank der Konzernerlös jedoch - wie ProSiebenSat.1 bereits mitgeteilte hatte - um 7,5 Prozent auf 3,85 Milliarden Euro.

Neben rĂŒcklĂ€ufigen TV-Werbeerlösen trugen auch der Verkauf des US-ProduktionsgeschĂ€fts der Red Arrow Studios und der UmsatzrĂŒckgang bei den Datingplattformen der Parship-Gruppe dazu bei. Gewachsen seien die Erlöse im digitalen WerbegeschĂ€ft, das auch die Streaming-Plattform Joyn umfasst, und das GeschĂ€ft der Vergleichsplattform Verivox und der Online-ParfĂŒmerie Flaconi. Das bereinigte Betriebsergebnis des Konzerns fiel um 15 Prozent auf 578 Millionen Euro. Auch diese Kennziffer war bereits bekannt.

Um ins KerngeschĂ€ft Unterhaltung zu investieren und profitabel zu werden, hĂ€lt ProSiebenSat.1 auch nach KĂ€ufern fĂŒr einige seiner InternetlĂ€den Ausschau. Vorstandschef Bert Habets sagte, "dass wir die Möglichkeiten prĂŒfen, Wert aus unseren nicht zum KerngeschĂ€ft gehörenden Beteiligungen zu generieren - sofern es das Marktumfeld zulĂ€sst".

Die vor einem Jahr vorgestellte Strategie "mit Joyn im Zentrum zahlt sich nun aus. Das zeigt die positive Entwicklung, vor allem im vierten Quartal", sagte Habets. Mit 6,3 monatlichen Millionen Nutzern im Schlussquartal habe Joyn einen Rekord markiert. Ziel sei es, die Nutzung mit zweistelligen Wachstumsraten pro Jahr zu steigern. Dabei setzt ProSiebenSat.1 auf ein kostenfreies Angebot und mehr lokale und Live-Inhalte, zulasten von Filmen und Serien aus Hollywood. «In diesem Bereich investieren wir 2024 deutlich mehr.» Exklusive Inhalte seien der Treiber, um die Reichweite im klassischen TV und bei den digitalen Angeboten besser zu Geld zu machen.

Finanzvorstand Martin Mildner sagte: "Nach einem erfolgreichen Jahresendspurt sind wir gut ins neue GeschÀftsjahr gestartet. Wir haben 2023 wichtige Weichen gestellt, um wieder zu wachsen."

@ dpa.de | DE000PSM7770 ERGEBNISSE