LVMH enttÀuscht mit gedÀmpften UmsÀtzen - Aktie unter Druck
29.01.2025 - 12:01:30Die UmsĂ€tze im wichtigen Leder- und Modesegment lieĂen am Markt Zweifel an einer schnellen Erholung der Nachfrage nach LuxusgĂŒtern aufkommen. Das SpirituosengeschĂ€ft entwickelte sich weiter schwĂ€cher. Zudem schrumpfte der Gewinn stĂ€rker als erwartet, wobei auch negative WĂ€hrungseffekte belasteten.
In der Leder- und Modesparte mit den Marken Louis Vuitton und Christian Dior gingen die Erlöse im vierten Quartal auf vergleichbarer Basis um ein Prozent zurĂŒck, wie das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in Paris mitteilte. Ausgeklammert sind dabei WĂ€hrungs- und Portfolioeffekte.
Der Gesamtumsatz von LVMH sank 2024 auf berichteter Basis um zwei Prozent auf 84,7 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis schaffte der LuxusgĂŒterkonzern ein kleines Plus von einem Prozent. Damit ĂŒbertraf LVMH zwar leicht die Erwartungen der Analysten, doch nachdem der Schweizer Konkurrent Richemont CH0210483332 vor einigen Wochen unerwartet starke GeschĂ€fte vermeldet hatte, reichte das den Anlegern nun nicht.
Die im Eurozonen-Index EuroStoxx 50 EU0009658145 notierte Aktie rutscht am Mittwochvormittag um knapp sechs Prozent ab. Allerdings hat sich das Papier in den vergangenen Wochen von den jĂŒngsten Kursverlusten etwas erholt und seit dem Jahreswechsel mehr als zehn Prozent zugelegt. Auch andere Werte aus dem Sektor kamen am Mittwoch unter Druck, allen voran der französische Konkurrent Kering.
Analystin Chiara Battistini von der US-Bank JPMorgan attestierte den Franzosen im Blick auf die Jahreszahlen zwar Besserung. Diese sei aber nicht so deutlich wie erhofft ausgefallen. Die Entwicklung des operativen Gewinns im zweiten Halbjahr habe enttĂ€uscht, hieĂ es von der Deutschen Bank. Allerdings seien die Erwartungen an das Zahlenwerk auch recht hoch gewesen, fĂŒgten die Analysten der UBS hinzu. Starke Zahlen einiger Wettbewerber hĂ€tten die HĂŒrde hoch gelegt. Die Experten der Deutschen Bank merkten noch an, dass sich die GeschĂ€ftsentwicklung von LVMH zuletzt verbessert habe, was ein gutes Vorzeichen fĂŒr das erste Quartal sei.
Der operative Gewinn von LVMH sank im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro und damit noch etwas stĂ€rker als von Analysten erwartet. Gleiches galt fĂŒr den Gewinn unter dem Strich, der um 17 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro fiel. FĂŒr 2024 soll eine Dividende von insgesamt 13 Euro je Aktie gezahlt werden. Das wĂ€re genauso viel wie im Vorjahr.
Das Management der Franzosen habe in einer Telefonkonferenz zu den Zahlen nicht die erhofften Signale geboten, schrieb Analyst Luca Solca vom US-Analysehaus Bernstein Research. Sonderbelastungen fĂŒr das Ergebnis dĂŒrften nicht von schrumpfenden UmsĂ€tzen in vielen Bereichen ablenken. Man habe Probleme erkannt und gehe sie an, aber das brauche Zeit. Derweil helfe aktuell aber eine Nachfragebelebung in den USA.
FĂŒr Berenberg-Analyst Nick Anderson haben die Zahlen zum Vorjahr die klaren StĂ€rken des GeschĂ€ftsmodells der Franzosen herauskristallisiert, auch wenn das operative Ergebnis aufgrund von Sonderbelastungen die Erwartungen verfehlt habe. Mit den Investitionen stĂ€rke der Konzern seine Marken, um die Konkurrenz weiter abzuhĂ€ngen und Marktanteile zu gewinnen. LVMH sei zudem wohl gut ins neue Jahr gestartet.
Unternehmenschef Bernard Arnault schlug in einer PrĂ€sentation einen optimistischen Ton an. Das Jahr 2025 habe relativ gut begonnen, da Louis Vuitton mit einem zweistelligen Wachstum gestartet sei. Der viertreichste Mann der Welt sagte, er sei zuversichtlich, dass die angeschlagene Marke Dior in diesem Jahr Fortschritte machen werde und prognostizierte einen "boomenden" US-Markt. Eine Erholung des Wein- und SpirituosengeschĂ€fts könnte in den nĂ€chsten zwei Jahren eintreten. Das GeschĂ€ft war nach der Pandemie eingebrochen. Ein Verkauf der GetrĂ€nkeabteilung von Moet Hennessy stehe nicht auf der Tagesordnung, fĂŒgte Arnault hinzu.
Derweil rĂ€umt der Luxuskonzern in seinem Portfolio weiter auf: Die Beteiligung an der Marke Stella McCartney wurde verĂ€uĂert. Stella McCartney werde die Minderheitsbeteiligung nach einer mehr als fĂŒnfjĂ€hrigen Zusammenarbeit zurĂŒckkaufen, teilten die Parteien am Montagabend in einer gemeinsamen ErklĂ€rung mit. Die Bedingungen des GeschĂ€fts wurden nicht bekannt gegeben. Die Marke wurde von der heute 53-jĂ€hrigen Tochter des Beatle-Frontmans Paul McCartney gegrĂŒndet und war in der Vergangenheit Teil des Gucci-EigentĂŒmers Kering FR0000121485.

