LVMH-GeschÀft ringt mit Folgen des Handelskonflikts - Aktie sackt ab
15.04.2025 - 10:22:23 | dpa.deZudem belastete eine schwĂ€chere Nachfrage in China und in den Vereinigten Staaten das GeschĂ€ft. Die UmsĂ€tze im wichtigen Leder- und Modesegment gingen deutlich zurĂŒck. Auch das SpirituosengeschĂ€ft entwickelte sich weiter schwĂ€cher. Bei den Investoren kam dies nicht gut an. Der Kurs des EuroStoxx-50-Schwergewicht EU0009658145 verlor im frĂŒhen Dienstaghandel rund acht Prozent auf 490 Euro.
Im ersten Quartal schrumpfte der Gesamtumsatz im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 20,3 Milliarden Euro, wie der Konzern am Montag nach Börsenschluss in Paris mitteilte. Bereinigt um Ăbernahme- und WĂ€hrungseffekte betrug der RĂŒckgang drei Prozent. In der Leder- und Modesparte mit den Marken Louis Vuitton und Christian Dior fiel der organische Erlös um fĂŒnf Prozent auf rund zehn Milliarden Euro. Damit enttĂ€uschte das Unternehmen auf ganzer Linie. Experten hatten sowohl konzernweit als auch in der wichtigsten Sparte mit mehr gerechnet.
WĂ€hrend der Umsatz aus eigener Kraft im GeschĂ€ft mit Wein und Spirituosen um neun Prozent und im Segment ParfĂŒms und Kosmetik um ein Prozent schrumpfte, verharrten die Erlöse im GeschĂ€ft mit Uhren und Schmuck. Auch hier waren Experten von jeweils mehr Erlös ausgegangen. Die Bedenken der Investoren hinsichtlich einer Erholung der Nachfrage wĂŒrden durch diese Ergebnisse wahrscheinlich noch verstĂ€rkt, merkte RBC-Analyst Piral Dadhania in einer Studie am Dienstag an.
Der EigentĂŒmer von Louis Vuitton, LVMH, ist der erste europĂ€ische Luxuskonzern, der die Ergebnisse fĂŒr das erste Quartal veröffentlicht. Das Unternehmen unter der Leitung des MilliardĂ€rs Bernard Arnault gilt als Indikator fĂŒr die Branche, weil es mit Christian Dior-Jacken, Tiffany-Verlobungsringen, Tag Heuer-Uhren und Dom Perignon Champagner eine breite Produktpalette verkauft.
Der Luxusmarkt kĂ€mpft seit einiger Zeit um Wachstum. Vor allem chinesische KĂ€ufer halten sich schon seit geraumer Zeit mit dem Kauf von LuxusgĂŒtern zurĂŒck. Nun haben sich die Aussichten der Branche mit den Zöllen auf Importe in den USA noch einmal verdĂŒstert. Seit April gelten fĂŒr Einfuhren aus der EU Zölle in Höhe von zehn Prozent, PlĂ€ne fĂŒr eine 20-prozentige Abgabe wurden zunĂ€chst fĂŒr 90 Tage ausgesetzt.
Der Aufschub bei den Zöllen habe das Unternehmen in ein "unbekanntes Terrain" gebracht, sagte FinanzvorstĂ€ndin Cecile Cabanis in einer Telefonkonferenz. LVMH ziehe Preiserhöhungen in Betracht, um die Zölle auszugleichen und die Marketingkosten anzupassen. Das Unternehmen könnte die ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr Louis Vuitton und Tiffany in den USA ausweiten, plane aber keine radikale Ănderung seiner US-Produktion, fĂŒgte sie hinzu.
Das LVMH-Papier gehört im bisherigen Jahresverlauf mit einem Minus von gut 23 Prozent wegen des Handelskonflikts zu den gröĂten Verlierern im EuroStoxx 50. Mit dem Kurssturz nach den Umsatzzahlen sackte der Börsenwert um rund 20 Milliarden Euro auf 245 Milliarden Euro ab. Vor zwei Jahren war LVMH noch gut 450 Milliarden Euro wert.
Anders als die Marktkapitalisierung von LVMH entwickelte sich diejenige des Konkurrenten Hermes seitdem nach oben. Aktuell liegen beide Unternehmen gemessen am Börsenwert gleichauf. Im April 2023 - als die Bewertung von LVMH ihren bishergen Höhepunkt erreicht hatte, war Hermes etwas mehr als 200 Milliarden Euro wert.
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