Generalinspekteur Breuer will alle jungen MĂ€nner mustern lassen
03.11.2025 - 06:16:57"Aus militĂ€rischer Sicht ist es entscheidend, dass jeweils der gesamte Jahrgang gemustert wird. Nur so wissen wir, wer zur VerfĂŒgung steht und auf wen wir im Verteidigungsfall, den wir verhindern wollen, zugreifen könnten", sagte Breuer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will eine flĂ€chendeckende Musterung aller jungen MĂ€nner.
"Wenn wir stattdessen erst dann, wenn es darauf ankommt, nachmustern mĂŒssten, wĂŒrden wir Zeit verlieren, die wir in einer Krisensituation nicht haben. Niemand kann heute mit Gewissheit sagen, wie die sicherheitspolitische Lage, die Bedrohungslage in den nĂ€chsten Jahren aussieht", warnte Breuer, der ranghöchster Soldat der Bundeswehr ist.
Das neue Wehrdienstgesetz soll zum 1. Januar in Kraft treten, der Bundestag hat sich bereits in erster Lesung damit befasst. Der Wehrdienst soll zunĂ€chst auf Freiwilligkeit beruhen. Fachpolitiker von Union und SPD hatten in der Debatte um das neue Wehrdienstgesetz vorgeschlagen, junge MĂ€nner per Losverfahren zur Musterung und, wenn nötig, spĂ€ter auch per Zufallsauswahl fĂŒr einen Pflichtdienst heranzuziehen, wenn die Freiwilligenzahlen zu gering bleiben.
Breuer: Nicht in unseren Handlungsmöglichkeiten einschrÀnken
Darauf angesprochen sagte Breuer: "Wir sollten uns in unseren Handlungsmöglichkeiten nicht selbst einschrĂ€nken." Er setzte aber in erster Linie auf Freiwilligkeit. "Sollte die Zahl der Freiwilligen jedoch nicht ausreichen und eine verpflichtende Einberufung durch Kabinett und Bundestag beschlossen werden, wĂŒrden wir diejenigen heranziehen, die besonders qualifiziert und motiviert sind." Dabei wolle man sich am jeweiligen Bedarf orientieren und nicht am Zufallsprinzip.
Entscheidend bleibe am Ende der Faktor Zeit. "Wir mĂŒssen bis Ende des Jahrzehnts nicht nur eine starke aktive Truppe, sondern ebenso eine starke Reserve haben - um verteidigungsbereit zu sein, um abschrecken zu können", sagte Breuer.

