Infineon mit Rekordumsatz dank KI-Boom - Marge enttÀuscht
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 11:00 Uhr | dpa.deZudem sorgten steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur fĂŒr RĂŒckenwind und auch im wichtigen AutomobilgeschĂ€ft zogen die GeschĂ€fte an. FĂŒr das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen etwas optimistischer fĂŒr seine KI-UmsĂ€tze, bekrĂ€ftigte die Konzernprognose jedoch weitgehend. Dies sowie eine unter den Erwartungen ausgefallene Marge sorgte am Aktienmarkt fĂŒr EnttĂ€uschung.
Die im Dax DE0008469008 notierte Aktie rutschte am Mittwochvormittag um mehr als fĂŒnf Prozent ab und war damit Schlusslicht in dem Index, in dem es nur wenige Verlierer gab. Dennoch kommt das Papier im laufenden Jahr immer noch auf einen Wertzuwachs von gut 60 Prozent, auch wenn es im letzten Monat im Zuge von Sorgen um die Nachhaltigkeit von KI-Investitionen deutlich Federn lassen musste.
Sandeep Deshpande von JPMorgan monierte Ergebnisse und Ausblick des Chipherstellers. Dagegen lobte er lĂ€ngerfristige Liefervereinbarungen mit Kunden im Zusammenhang mit KĂŒnstlicher Intelligenz. Das könne dem Chip-Hersteller auf Jahre hinaus Planbarkeit verschaffen, auch mit Blick auf die ProduktionskapazitĂ€ten.
In den drei Monaten bis Ende Juni erhöhte Infineon den Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um neun Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Morgen in Neubiberg bei MĂŒnchen mitteilte. Das Segmentergebnis, das die operative ProfitabilitĂ€t misst, stieg um 22 Prozent auf 797 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich um zwei Prozentpunkte auf 19,1 Prozent. Hier hatten Analysten mehr erwartet.
"Der Aufschwung ist in vollem Gange", sagte Konzernchef Jochen Hanebeck in einer Telefonkonferenz. Immer mehr ZielmĂ€rkte zeigten einen positiven Trend, auch im zuletzt schwĂ€chelnden Auto-GeschĂ€ft hĂ€tten die AuftrĂ€ge "spĂŒrbar" angezogen. Infineon macht rund die HĂ€lfte seines GeschĂ€fts im Automobil-Bereich.
FĂŒr das vierte Quartal erwartet Infineon deutliche ZuwĂ€chse. Im GeschĂ€ftsjahr 2025/26 geht das Unternehmen nun von einem Umsatzanstieg von rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf etwa 16,3 Milliarden Euro aus. Bislang hatte das Management einen deutlichen Anstieg in Aussicht gestellt. Dabei erwartet Infineon KI-Erlöse von ĂŒber 1,6 Milliarden Euro und damit leicht mehr als zuvor.
Die Margenprognose von rund 20 Prozent bestĂ€tigte Infineon. Zwar könne man fĂŒr KI-Produkte höhere Preise aufrufen, so Hanebeck. Dem stĂŒnden jedoch derzeit steigende Produktionskosten gegenĂŒber. Zudem senkte das Unternehmen nach der Ăbernahme des Sensorportfolios von AMS Osram seine Prognose fĂŒr den freien Barmittelfluss. Bereinigt soll dieser jedoch höher ausfallen als zuvor geplant.
Die GeschĂ€fte mit Chips fĂŒr KI-Rechenzentren dĂŒrften auch kĂŒnftig fĂŒr Wachstum sorgen: Wie Infineon weiter mitteilte, hat das Unternehmen mehrjĂ€hrige Reservierungsvereinbarungen abgeschlossen oder befindet sich in entsprechenden Verhandlungen. Diese umfassten ein kumuliertes Umsatzvolumen im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich und beinhalteten auch bestimmte Vorauszahlungen, hieĂ es.
Zum vierten Quartal werde Infineon seine Prognose fĂŒr die KI-Erlöse fĂŒr das kommende GeschĂ€ftsjahr 2026/27 "deutlich" erhöhen, sagte Hanebeck. Bislang erwartet der Konzern 2,5 Milliarden Euro.
