HDE-PrÀsident, Vermieter

HDE-PrÀsident: Vermieter sollen LÀden bei Mieten entgegenkommen

25.12.2023 - 14:17:26

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert von Immobilienbesitzern ein Entgegenkommen bei den Ladenmieten.

"Die Mietpreise spiegeln im Moment nicht das wider, was der Markt in der Lage ist zu bezahlen", sagte HDE-PrĂ€sident Alexander von Preen der Deutschen Presse-Agentur in Heilbronn. Das gelte sowohl fĂŒr den stationĂ€ren Einzelhandel als auch fĂŒr Kultur, Kleinkunst und Gastronomie. Die Vermieter mĂŒssten einen Schritt auf diese Akteure zugehen und das Mietniveau wieder auf ein der aktuellen Situation angemessenes Maß senken.

"Dass die Mieten nur nach oben gehen ist vorbei. Die RĂ€umlichkeiten mĂŒssen zu Konditionen vermietet werden, die mit einem Handelskonzept vereinbar sind", sagte von Preen, der auch Chef von Intersport Deutschland ist. Er rief die Vermieter dazu auf, gemeinsam mit dem Handel an neuen Konzepten zu arbeiten. "Und zwar jetzt, und nicht erst, wenn den GeschĂ€ften das Aus droht."

Vor Insolvenzen ĂŒber kreative Rahmenbedingungen sprechen

Denn in Insolvenzverfahren werde dies bereits praktiziert. "Wenn das GeschĂ€ftsmodell zukunftsfĂ€hig ist, wird unter anderem auch mit den Vermietern ĂŒber die Miete gesprochen. Und diese wird in der Regel niedriger vereinbart, nicht höher", sagte von Preen. "Mein Petitum wĂ€re: Lasst es nicht so weit kommen, sondern sprecht bereits davor ĂŒber kreative Rahmenbedingungen".

Im vergangenen Jahr hatten sich immer wieder bekannte Ketten ganz oder teilweise aus deutschen Einkaufsstraßen zurĂŒckgezogen. Auch viele kleine GeschĂ€fte gaben auf: Der HDE hatte bereits frĂŒher im Jahr 2023 prognostiziert, dass rund 9000 GeschĂ€fte ihre TĂŒren fĂŒr immer schließen könnten. In einem normalen Vorkrisen-Jahr seien es immer um die 5000 LĂ€den gewesen. Falls sich die Prognose bestĂ€tigt, bleiben abgesehen von Kleinstbetrieben bundesweit 311 000 GeschĂ€fte ĂŒbrig. Zum Vergleich: 2015 waren es noch fast 373 000.

HDE-PrĂ€sident: MĂŒssen Revitalisierung der StĂ€dte hinbekommen

Im kommenden Jahr sollte es dem HDE-PrĂ€sidenten zufolge zu dem Thema auch einen Leitfaden geben. Inhalt sei die erfolgreiche Partnerschaft der verschiedenen Akteure in den deutschen InnenstĂ€dten. Sogenannte Umsatzmieten hielt von Preen ebenfalls fĂŒr praktikabel. Dabei bezahlen Mieter zusĂ€tzlich zu einem Grundbetrag einen bestimmten Anteil des im Mietobjekts erzielten Umsatzes an den Vermieter.

Staatliche Vorgaben lehnte der HDE-PrÀsident hingegen ab. Er hoffe, dass Vermieter und Mieter auf Augenhöhe Lösungen finden, sagte von Preen. Wenn das gelinge, sei eine florierende Stadt auch in Zukunft möglich.

@ dpa.de