Immobilien-Marktplatzbetreiber Scout24 legt stÀrker zu als erwartet
06.05.2025 - 10:23:34Nach einem besser als erwartet ausgefallenen Start in das laufende Jahr bestÀtigte das Unternehmen am Dienstag die Prognosen. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie legte in den ersten Handelsminuten bis zu ein Prozent auf das Rekordhoch von 108,10 Euro zu, rutschte aber am Vormittag ins Minus.
In den ersten drei Monaten legte der Erlös um 16 Prozent auf knapp 158 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen in Berlin und MĂŒnchen verkĂŒndete. Das operative Ergebnis zog um 18 Prozent auf 94 Millionen Euro an. Die entsprechende Marge betrug 59,5 (Vorjahr: 58,4) Prozent. Damit fielen Umsatz, operatives Ergebnis und die ProfitabilitĂ€t etwas besser aus, als Experten erwartet hatten. Unter dem Strich kletterte der Gewinn des Unternehmens, dessen bekannteste und wichtigste Plattform ImmoScout24 ist, um 27 Prozent auf 50 Millionen Euro.
2025 soll der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr unter anderem durch Ăbernahmen um 12 bis 14 Prozent zulegen. Bei der Marge gemessen am um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rechnet das Unternehmen weiter mit einem Anstieg um bis zu einem halben Prozentpunkt.
Mit dem Kursanstieg nach den Quartalszahlen setzt das Papier die Rekordrally der vergangenen Wochen und Monate zunĂ€chst fort, bevor Gewinnmitnahmen zu einem leichten Abschlag fĂŒhrten. In diesem Jahr verteuerte sich das Scout24-Papier um ein Viertel, nachdem der Kurs 2024 bereits um ein Drittel angezogen hatte. Mit einem Börsenwert von jetzt rund acht Milliarden Euro liegt das Unternehmen im MDax bei dieser Wertung inzwischen im oberen Mittelfeld. Ende 2022 hatte Scout mit gerade mal knapp vier Milliarden Euro noch deutlich weiter unten gelegen.
Scout24 war 2014 von der Deutschen Telekom DE0005557508 an die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone verkauft worden. Diese brachten das Unternehmen 2015 fĂŒr 30 Euro je Aktie an die Börse. Nur ein paar Jahre spĂ€ter wĂ€re Scout24 beinahe wieder vom Kurszettel verschwunden. Doch der Finanzinvestor Hellman & Friedman, der das Unternehmen zurĂŒckkaufen wollte, scheiterte im FrĂŒhjahr 2019 mit seinem Gebot fĂŒr 65 Euro je Aktie.
Ende desselben Jahres kam der Finanzinvestor dann bei seiner frĂŒheren Tochter dennoch zum Zuge - zumindest zum Teil. FĂŒr knapp drei Milliarden Euro ging die Autovermittlungsplattform AutoScout24 dann eben doch an H&F. Seitdem konzentriert sich Scout24 auf das GeschĂ€ft mit Immobilien. Und das GeschĂ€ft lief in den vergangenen Jahren unter anderem wegen des knappen Wohnraums in GroĂstĂ€dten und des Booms bei ImmobilienkĂ€ufen hervorragend.
Neben ImmoScout24 betreibt der Konzern noch weitere Plattformen rund um Wohnungen und HÀuser wie Energieausweis48, Immoverkauf24, Vermietet.de oder Wohnungsbörse. 2024 konnte Scout24 den Erlös um elf Prozent auf 566 Millionen Euro steigern. Der operative Gewinn legte um 14,5 Prozent auf 348 Millionen Euro zu. Die operative ProfitabilitÀt kletterte um 1,8 Prozentpunkte auf 61,5 Prozent. Diese soll in diesem Jahr auf bis zu 62 Prozent steigen. 2026 hat der Konzern 63 Prozent im Visier. Der Umsatz soll dabei weiter zulegen.
GestĂŒtzt wird die Prognose unter anderem durch stark steigende Nutzerzahlen. Im Privatkundenbereich kletterte die Zahl der Abonnenten im ersten Quartal um ein FĂŒnftel auf rund 495.000 Kunden. Das Wachstum fiel damit allerdings etwas geringer als zuletzt aus - allerdings zog der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer etwas stĂ€rker an. Die Zahl der gewerblichen Kunden stieg um sechs Prozent auf rund 25.600. "Besonders dynamisch entwickelte sich weiterhin das GeschĂ€ft mit Wohnimmobilienmaklern, wĂ€hrend die anhaltenden Herausforderungen im Gewerbeimmobiliensegment das Gesamtwachstum leicht dĂ€mpften", hieĂ es im Quartalsbericht.

