Cum-Ex-AufklÀrer in der Schweiz wegen Spionage vor Gericht
09.12.2024 - 05:50:04Weil er die dunklen Machenschaften von Banken anhand interner Schweizer Bankdokumente nachwies und das Material deutschen Gerichten zur VerfĂŒgung stellte, wird ihm wirtschaftlicher Nachrichtendienst vorgeworfen.
Seith wurde nach seinen Angaben anders als bei vorherigen Verhandlungen kein freies Geleit zugesagt. Das heiĂt theoretisch, dass er festgenommen werden könnte. Er werde trotzdem zum Prozess vor dem Obergericht antreten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Seith war 2019 von allen HauptvorwĂŒrfen freigesprochen worden, doch ging der Fall durch weitere Instanzen und wurde schlieĂlich an das Obergericht, eine Berufungsinstanz, zurĂŒckverwiesen. Die VorfĂ€lle beziehen sich auf das Jahr 2013. Seith erstritt fĂŒr einen Mandanten in Deutschland Schadenersatz, der durch die krummen Cum-Ex-GeschĂ€fte einer Schweizer Bank Millionen verloren hatte. Er brachte damit die Cum-Ex-Ermittlungen ins Rollen, die bereits zu zahlreichen Prozessen und Verurteilungen gefĂŒhrt haben.
Mit Cum-Ex-Aktiendeals rund um den Dividendenstichtag prellten Banken und Investoren den deutschen Staat um mindestens zehn Milliarden Euro. 2012 wurde die GesetzeslĂŒcke geschlossen. 2021 entschied der BGH, dass Cum-Ex-GeschĂ€fte als Steuerhinterziehung zu werten sind.

