Nord-Stream-VerdÀchtiger, Italien

Nord-Stream-VerdÀchtiger in Italien beendet Hungerstreik

11.11.2025 - 16:31:37 | dpa.de

Der in Italien inhaftierte Serhij K., der im Zusammenhang mit der Sprengung der Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee beschuldigt wird, hat seinen Hungerstreik beendet.

Der Ukrainer hatte aus Protest gegen die Haftbedingungen in einem italienischen HochsicherheitsgefÀngnis am 31. Oktober begonnen, die Nahrungsaufnahme zu verweigern. In dieser Zeit habe er neun Kilogramm verloren, teilte der Anwalt des 49-JÀhrigen mit.

Die italienischen Behörden hĂ€tten K. "formelle Zusicherungen" gegeben, erklĂ€rte Rechtsanwalt Nicola Canestrini. Er habe sich deswegen fĂŒr die Beendigung seines Hungerstreiks entschieden. K. leidet unter anderem an einer GlutenunvertrĂ€glichkeit (Zöliakie). Die Behörden hĂ€tten ihm nun eine entsprechende ErnĂ€hrung zugesichert, die seinen BedĂŒrfnissen entspricht.

Seit Monaten juristisches Hin und Her

K., der fĂŒr ein Strafverfahren nach Deutschland ausgeliefert werden soll, gilt als mutmaßlicher Drahtzieher der AnschlĂ€ge auf die Gasleitungen aus Russland in der Ostsee vor drei Jahren. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm gemeinschaftliches HerbeifĂŒhren einer Sprengstoffexplosion an den Pipelines sowie verfassungsfeindliche Sabotage vor. Deshalb soll er in Deutschland vor Gericht gestellt werden. Seit Monaten gibt es aber ein juristisches Hin und Her.

Zuletzt hatte ein Gericht in Bologna die Überstellung von K. an die deutschen Behörden genehmigt. Rechtsanwalt Canestrini kĂŒndigte allerdings an, den Fall erneut vor Italiens oberstes Gericht in Rom zu bringen und Einspruch einzulegen. Dieses hatte die Auslieferung schon einmal gestoppt. Wann die nĂ€chste Verhandlung am Kassationsgerichtshof stattfinden wird, ist unklar.

Kiew beschwerte sich bei italienischen Behörden

Mit seinem Hungerstreik wollte K. auf die Achtung seiner Grundrechte bestehen, hieß es damals. Der Ukrainer forderte insbesondere das Recht auf eine "angemessene ErnĂ€hrung, auf eine gesunde Haftumgebung, auf menschenwĂŒrdige Haftbedingungen und auf Gleichbehandlung mit anderen Gefangenen hinsichtlich Familienbesuchen und Informationszugangs".

In den Fall schaltete sich zuletzt auch der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte ein. Dmytro Lubinez forderte die italienischen Behörden zur Einhaltung der Grundrechte von K. und sofortigem Handeln in der Angelegenheit auf. Ein Schreiben ging etwa an das Justizministerium in Rom.

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