Falscher, Druckertoner

Falscher Druckertoner: Amazon und Brother gewinnen Prozess

11.12.2025 - 08:18:28

Der Internet-Handelskonzern Amazon US0231351067 und der Druckerhersteller Brother haben vor Gericht einen Erfolg gegen ProduktfÀlscher in Europa erzielt.

Dabei ging es um gefĂ€lschte Tonerkartuschen fĂŒr Drucker, die im Internet ĂŒber Amazon verkauft wurden. Das Landgericht Berlin verurteilte eine ganze Reihe von beklagten Personen und Firmen dazu, 500.000 Euro Schadenersatz an Brother zu zahlen. Das nun bekanntgewordene Urteil erging bereits am 1. Juli.

Streitwert 2,2 Millionen Euro

Außerdem mĂŒssen die Beklagten den Firmen Brother und Amazon weitere SchĂ€den ersetzen sowie den Vertrieb nachgefĂŒllter Druckerkartuschen unterlassen, diese herausgeben und Auskunft ĂŒber die Herkunft und Vertriebswege erteilen. Den Streitwert hatte das Gericht auf 2,2 Millionen Euro festgesetzt.

Die VerkĂ€ufer hĂ€tten "zumindest fahrlĂ€ssig gehandelt", so das Gericht. "Gewerbliche EinkĂ€ufer mĂŒssen in Anbetracht der weiten Verbreitung von Piraterieware beim Einkauf von Markenwaren regelmĂ€ĂŸig deren Echtheit ĂŒberprĂŒfen."

Ihre Klage hatten Amazon und Brother 2022 wegen ProduktfĂ€lschung oder Vertrieb gefĂ€lschter Produkte gegen insgesamt 18 Personen und Firmen gestellt. FĂŒr einen Teil der Beklagten ist das Urteil rechtskrĂ€ftig, fĂŒr andere noch nicht.

GefÀlschte Tonerkartuschen beschlagnahmt

Das Gericht stellte in seinem Urteil auch fest, dass bei Durchsuchungen in Berlin bereits 2019 große Mengen gefĂ€lschte Tonerkartuschen beschlagnahmt wurden. Andere Kartuschen seien unter der Marke Brother angeboten worden, obwohl sie nachgemacht waren.

Amazon sprach in einer Mitteilung von einem organisierten FĂ€lschernetzwerk in Deutschland. Die FĂ€lscher hĂ€tten leere Original-Tonerkartuschen gekauft und diese mit unechtem Tonerpulver befĂŒllt. Auch hĂ€tten sie gefĂ€lschte Kartuschen verkauft, die wie Originalprodukte aussehen sollten.

Razzia im Jahr 2024 gegen FĂ€lscher von Druckerpatronen

In Berlin waren Polizei und Staatsanwaltschaft erneut im Februar 2024 mit einer Razzia gegen sechs mutmaßliche FĂ€lscher von Druckerpatronen vorgegangen. Durchsucht wurden 18 GeschĂ€ftsrĂ€ume, Callcenter und Wohnungen in Berlin und im Umland. Die Polizei beschlagnahmte FĂ€lschungsmaterial und FĂ€lschungswerkzeuge sowie Bargeld in sechsstelliger Höhe.

Die MĂ€nner sollen mit gefĂ€lschten Druckerpatronen und -kartuschen vierteljĂ€hrlich einen Umsatz von rund 3,5 Millionen Euro gemacht haben, hieß es in der damaligen Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Das Geld sei dann ĂŒber ungarische Strohleute und deutsche Konten an die Bande geflossen. Bekannt wurde der mutmaßliche Betrug demnach durch Anzeigen von Brother und Amazon. TestkĂ€ufe hĂ€tten den Verdacht bestĂ€tigt, so die Staatsanwaltschaft.

@ dpa.de