IAEA, Iran

IAEA: Iran verweigert Informationen zu Uran-VorrÀten

12.11.2025 - 15:00:36

Der Iran kommt seinen Informationspflichten zu umstrittenen Uran-VorrÀten seit den Angriffen durch Israel und die Vereinigten Staaten nicht nach.

Das geht aus einem nicht öffentlichen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hervor, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Islamische Republik mĂŒsse nach den Attacken auf ihr Atomprogramm im Juni unverzĂŒglich den Status seiner Nuklearanlagen und des darin gelagerten Materials an die IAEA melden, schrieb IAEA-Chef Rafael Grossi in dem Bericht. Das sei bislang nicht passiert.

Entsprechende Vereinbarungen mit der IAEA könnten vom Iran nicht einseitig aufgehoben werden, hielt Grossi fest. Die Überwachung des Atomprogramms sei "unabdingbar und dringend".

"Anlass zu großer Sorge"

Grossi betonte erneut, dass insbesondere der unklare Verbleib von mehr als 400 Kilogramm an hoch angereichertem Uran "Anlass zu großer Sorge" gebe. Dieses Material wĂŒrde laut Experten fĂŒr mehrere Atomwaffen ausreichen, wenn es zu einem noch etwas höheren Reinheitsgrad angereichert wĂŒrde. Teheran bestreitet, solche Waffen bauen zu wollen.

Seit den Angriffen hat der Iran IAEA-Inspektoren nur Zugang zu einigen nicht beschÀdigten Nuklearanlagen gewÀhrt, darunter das Atomkraftwerk in Buschehr und ein Forschungsreaktor in Teheran.

IAEA-Sitzung nÀchste Woche

Am Mittwoch waren Inspektoren in den Iran unterwegs, um erstmals seit Monaten auch Einrichtungen in Isfahan zu besuchen. Dieses ZugestÀndnis Teherans erfolgte nur eine Woche vor der Quartalssitzung des IAEA-Gouverneursrates, bei der das iranische Atomprogramm erneut im Fokus stehen wird.

Der Iran hatte sich 2015 in einem Abkommen verpflichtet, sein Atomprogramm einzuschrĂ€nken. Nachdem die USA in der ersten Amtszeit von PrĂ€sident Donald Trump aus dem Pakt ausgestiegen waren, hielt Teheran die BeschrĂ€nkungen nicht mehr ein. Deshalb wurden Ende September auf Initiative von Deutschland, Frankreich und Großbritannien UN-Sanktionen gegen den Iran reaktiviert.

@ dpa.de