DIW: Iran-Krieg trifft Wirtschaft wenig - aber treibt Preise
11.03.2026 - 10:48:19 | dpa.deDie Verbraucherpreise könnten jedoch deutlich anziehen, prognostiziert das DIW in Berlin.
Unter der Annahme, dass der stĂ€rkste Preisschub vorbei ist und die Ăl- und Gaspreise dieses Jahr nur moderat steigen, dĂŒrften sie die Inflation um 0,4 Prozentpunkte erhöhen und das Wachstum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte dĂ€mpfen. "Insgesamt wird die Erholung der deutschen Wirtschaft damit zwar gebremst, aber nicht gestoppt", schreibt das DIW. Das wahrscheinliche Szenario sei, dass die Energiepreise nicht dauerhaft steigen, sagte PrĂ€sident Marcel Fratzscher.
Der jĂŒngste Anstieg der Ăl- und Gaspreise falle deutlich geringer aus als wĂ€hrend der Energiekrise 2022 und 2023 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, erklĂ€rt das DIW weiter. "Deutschland ist heute weniger von fossiler Energie aus der Golfregion abhĂ€ngig als damals von Gas und Ăl aus Russland."
Höhere Inflation erwartet
Die deutsche Wirtschaft, die 2025 nur minimal gewachsen war, soll nach DIW-Prognose dieses Jahr um 1,0 Prozent zulegen - getragen von den Staatsausgaben fĂŒr Infrastruktur und RĂŒstung. FĂŒr 2027 erwarten die Ăkonomen ein Plus von 1,4 Prozent.
GröĂere Spuren dĂŒrfte der Iran-Krieg laut DIW bei der Inflation hinterlassen. Sie soll auf 2,4 Prozent im laufenden Jahr anziehen und auf 2,3 Prozent 2027. Im vergangenen Jahr lag die Teuerung im Schnitt bei 2,2 Prozent.
Zu Wochenbeginn waren die Preise fĂŒr Brent-Rohöl auf fast 120 Dollar je Fass gestiegen, bevor die Preise nachgaben. Der Gaspreis an den Börsen hat sich laut DIW zudem fast verdoppelt. Bisher hatten Ăkonomen erwartet, dass die Inflation dieses Jahr bei etwas ĂŒber zwei Prozent liegen wird.
Dem stellt das DIW ein Negativszenario entgegen, dass der Iran-Krieg weiter eskaliert und die Energiepreise um gut die HĂ€lfte binnen zwei Quartalen anziehen. Hier mĂŒsse die EuropĂ€ische Zentralbank die Zinsen erhöhen, was die Wirtschaft bremse. Unterm Strich wĂŒrde die Inflationsrate 2026 dann auf 2,8 Prozent steigen und die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozentpunkte zum Basisszenario sinken.
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