Irans PrÀsident fordert nach Unruhen 'Heilung der Wunden'
12.02.2026 - 08:51:30 | dpa.de"Es waren bittere Wunden, aber sie sollten geheilt und nicht bis zur Infektion vertieft werden", sagte er am Mittwochabend bei der Preisverleihung der jĂ€hrlichen Fadschr-Filmfestspiele. Man mĂŒsse nun nach vorne schauen und sich versöhnen, statt weiter zu streiten und das Land "auslĂ€ndischen Feinden" zu ĂŒberlassen.
"Ich selbst kann nachts nicht mehr schlafen und bin sehr traurig ĂŒber die bitteren Entwicklungen", sagte der PrĂ€sident laut Nachrichtenagentur Isna. Seine Worte in der Wahdat-Halle in der Hauptstadt Teheran stieĂen nur auf verhaltenen Applaus. Einige KĂŒnstler und auch PreistrĂ€ger hatten aus SolidaritĂ€t mit den Opfern der Unruhen die Zeremonie boykottiert.
Tausende Tote
Nach offiziellen Angaben kamen bei den Unruhen zwischen Ende Dezember und Anfang Januar ĂŒber 3.000 Menschen ums Leben. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA spricht in seinem jĂŒngsten Bericht von ĂŒber 7.000 Toten. Persischsprachige Sender im Ausland gehen gar von Zehntausenden Toten aus. Sie sollen durch SicherheitskrĂ€fte brutal ermordet worden sein. Die iranische Regierung weist diese Angaben zurĂŒck und spricht von auslĂ€ndischen Söldnern und Terroristen unter den Demonstranten.
Die landesweiten Unruhen sind inzwischen abgeflaut, doch die Lage bleibt weiterhin Ă€uĂerst angespannt. Neben der desolaten Wirtschaftslage, die Auslöser der Proteste war und weiterhin ungelöst ist, gibt es weiter die Sorge vor einem möglichen militĂ€rischen Konflikt mit den Erzfeinden USA und Israel. Eine solche Entwicklung wĂ€re denkbar, falls kĂŒrzlich wieder angelaufene Verhandlungen Teherans mit den USA erfolglos bleiben.
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