Expertin: Irans FĂŒhrung kĂ€mpft im Krieg ums Ăberleben
19.03.2026 - 12:34:57 | dpa.deDas erklĂ€re auch, warum die iranischen StreitkrĂ€fte ihre Angriffe auf Golfstaaten eskalieren, sagte die Iran-Expertin Azadeh Zamirirad in einem Podcast der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). "Was wir sehen, ist, dass Teheran versucht, ganz massiv die Kosten fĂŒr alle Beteiligten in die Höhe zu treiben - nicht nur fĂŒr die Kriegsparteien."
Israel hat inzwischen Dutzende hochrangige Offiziere und Politiker getötet, darunter Irans obersten FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei am ersten Kriegstag Ende Februar. Zamirirad sieht die StaatsfĂŒhrung jedoch nicht vor einem Zusammenbruch. "Bislang gibt es keinen Grund anzunehmen, dass dieses System politisch oder militĂ€risch vor dem Kollaps steht", sagt die Politikwissenschaftlerin. Zu beobachten sei, dass die Kommandoebenen des MilitĂ€rs auf die gezielten Tötungen vorbereitet gewesen seien.
Den entscheidenden Impuls habe der Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr gebracht, erklÀrte Zamirirad. So sei die Macht auf mehr Schultern verteilt worden - politisch etwa durch die StÀrkung der Kompetenzen von Provinzgouverneuren sowie im MilitÀrapparat. "Wir sehen, dass die KrÀfte, die vorher schon einflussreich waren, allen voran die paramilitÀrischen Revolutionsgarden, noch stÀrker und mÀchtiger geworden sind."
Ob weitere "EnthauptungsschlÀge" den von den USA und Israel angestrebten Machtwechsel ermöglichen, sieht Zamirirad mit Skepsis. "Dann laufen wir eher auf ein Szenario zu, in dem wir verschiedene Milizen und einflussreiche Teile des Sicherheitsapparates erleben, die möglicherweise miteinander konkurrieren", sagte sie. Auch dies sei keine langfristige Strategie, wenn man versuche, autoritÀre Herrschaft in diesem System zu brechen.
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