KapitÀn von russischem Tanker muss in Frankreich vor Gericht
02.10.2025 - 16:09:29Ihm werde vorgeworfen, bei einer Kontrolle auf See offizielle französische Anweisungen nicht befolgt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Brest mit.
Der KapitÀn und sein Erster Offizier waren zuvor in Polizeigewahrsam genommen worden - auch wegen des Vorwurfs, die "NationalitÀt des Schiffes" nicht belegen zu können. Dies könne dem KapitÀn nicht persönlich angelastet werden, hieà es nun von der Staatsanwaltschaft. Die Vorermittlungen gegen den Ersten Offizier wurden eingestellt.
Wie es mit dem Schiff, das der Staatsanwaltschaft zufolge nach internationalem Recht unter keiner Flagge fÀhrt, nun weitergeht, lieà die Ermittlungsbehörde unbeantwortet.
Die französische Marine hatte den Tanker "Boracay" am Samstag vor der bretonischen Insel Ăźle d'Ouessant wegen Ungereimtheiten mit Blick auf seine Flagge ĂŒberprĂŒft. Frankreichs Premier SĂ©bastien Lecornu schrieb am Vormittag, das Schiff ankere vor Saint-Nazaire. Französischen Medien zufolge wurde es dort festgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Ă€uĂerte sich dazu nicht im Detail.
Schiff kommt wohl aus Russland
Das frĂŒher als "Pushpa" bekannte Schiff scheine von Russland aus auf dem Weg nach Indien zu sein und Ăl zu transportieren, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es könnte zudem im Verdacht stehen, zur russischen Schattenflotte zu gehören. Mit der Schattenflotte sind Tanker und andere Frachtschiffe gemeint, die Russland zur Vermeidung von Sanktionen etwa beim Ăltransport einsetzt.
Berichten zufolge soll der Tanker durch dĂ€nische GewĂ€sser gefahren sein, als Drohnen vergangene Woche fĂŒr mehrere StörfĂ€lle an dĂ€nischen FlughĂ€fen gesorgt hatten. Wer hinter diesen steckt, ist weiterhin unklar. Die dĂ€nischen Ermittler gehen davon aus, dass ein "fĂ€higer Akteur" dafĂŒr verantwortlich ist, also jemand mit den nötigen FĂ€higkeiten und der möglichen Absicht, Unruhe in dem Nato-Land zu stiften. Der Verdacht fiel auf eine Verwicklung Russlands - Anschuldigungen, die der Kreml als "bodenlos" zurĂŒckgewiesen hatte.
Vermutung wird auch, dass die Drohnen von einem Schiff aus gesteuert worden sein könnten. In dÀnischen Medien waren zuletzt mehrere Schiffe genannt worden, darunter auch das, das ins Visier der französischen Behörden geriet.

