Personalmangel, Schiff

Technik gegen Personalmangel: Schiff fÀhrt ferngesteuert

30.05.2025 - 06:02:29

Der KapitĂ€n sitzt in Duisburg, sein Schiff fĂ€hrt 400 Kilometer entfernt durch einen Kanal bei LĂŒneburg: Ein sechsmonatiger Test soll zeigen, ob die Technik zur Fernsteuerung von Binnenschiffen ausgereift ist.

Die Kölner Reederei HGK Shipping hat erstmals fĂŒr sechs Monate die Genehmigung erhalten, ein Schiff ferngesteuert ĂŒber den Elbe-Seitenkanal fahren zu lassen: die "Niedersachsen 2".

Die Technik gilt in der Branche als vielversprechender Ansatz gegen den akuten Personalmangel. WĂ€hrend Binnenschiffer bislang in der Regel mindestens 14 Tage am StĂŒck unterwegs sind, hĂ€tten SchiffsfĂŒhrer in der Fernsteuerzentrale einen geregelten BĂŒrojob - und nach Feierabend wĂ€re ein normales Privatleben möglich.

"Beim Werben um qualifizierte ArbeitskrÀfte ist dies ein wirkungsvoller Hebel, um die AttraktivitÀt des Berufsbildes zu erhöhen", sagt Steffen Bauer, Chef der HGK Shipping.

Konkurrent Rhenus will eigenes System entwickeln

Auch andere Unternehmen verfolgen einen solchen Ansatz. Die Reederei Rhenus will bis 2030 einen eigenen Fahrstand fĂŒr die Fernsteuerung der Flotte aufbauen, gleichzeitig sollen immer mehr Schiffe mit der nötigen Technik ausgerĂŒstet werden. "Wir denken, dass wir damit in der Zukunft fĂŒr unsere SchiffsfĂŒhrer weitere attraktive ArbeitsplĂ€tze schaffen", sagt Herbert Berger, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Rhenus Schiffsmanagement.

Die Politik hat großes Interesse daran, dass das Projekt gelingt. "Fakt ist, dass die Binnenwasserstraße der einzige VerkehrstrĂ€ger mit freien KapazitĂ€ten ist, den wir in Deutschland haben", sagt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Der FachkrĂ€ftemangel dĂŒrfe dieses Potenzial nicht ausbremsen.

@ dpa.de