Forscher, StromausfÀlle

Forscher: Mehr StromausfÀlle durch Klimawandel

12.05.2026 - 11:52:40 | dpa.de

Der Klimawandel könnte in vielen LĂ€ndern in den kommenden Jahren hĂ€ufiger zu StromausfĂ€llen fĂŒhren.

Darauf deuten nach Angaben des MĂŒnchner Ifo-Instituts Ergebnisse einer Studie von EconPol Europe hin. Sie untersucht in fĂŒnf LĂ€ndern - Deutschland, Australien, Brasilien, China und Mexiko - StromausfĂ€lle im Verbrauchernetz von 2013 bis 2023.

"Deutschland hat ein vergleichsweise zuverlÀssiges Stromnetz, aber Extremwetter und Hitzewellen werden auch hierzulande die Infrastruktur zunehmend unter Druck setzen", sagt Ifo-Forscherin Jacqueline Adelowo.

In Deutschland ist die Zahl ungeplanter StromausfÀlle laut der Studie im Winter am niedrigsten und steigt zum Hochsommer deutlich. Im Dezember der Jahre 2013 bis 2023 fiel demnach der Strom durchschnittlich 3.616 Mal ungeplant aus. Im Juli sei die Zahl um 53 Prozent auf 5.546 Ereignisse gestiegen.

StromausfÀlle in Deutschland im LÀndervergleich seltener

"Extreme Hitze, Gewitter und stĂ€rkere StĂŒrme im Sommer belasten das deutsche Stromsystem spĂŒrbar. Jedoch fĂ€llt im Vergleich zu Brasilien oder Mexiko in absoluten Zahlen der Strom in Deutschland deutlich seltener aus", sagt Ifo-Forscher Filippo Pavanello.

Im Durchschnitt dauerten ungeplante StromausfĂ€lle in Deutschland 1,5 bis 2 Stunden. Nur in einem Prozent der FĂ€lle sei der Strom lĂ€nger als 18 Stunden ausgefallen. Damit stehe Deutschland im Vergleich gut da: in China dauerten viele AusfĂ€lle mehr als 6 Stunden, in ExtremfĂ€llen sei der Strom auch 73 Stunden lang nicht verfĂŒgbar.

EuropÀische Vernetzung macht Versorgung stabiler

Die fortschreitende Vernetzung der europĂ€ischen Stromnetze mache grundsĂ€tzlich die Versorgung in Deutschland stabiler, da Ressourcen in verschiedenen LĂ€ndern zur VerfĂŒgung stĂŒnden, um Ungleichgewichte auszubalancieren, schreiben die Forschenden.

Gleichzeitig steige das Risiko von KettenausfĂ€llen, wenn sich Störungen schnell ĂŒber Grenzen ausbreiteten. Deshalb seien neben dem Netzausbau koordinierte Steuerung, gemeinsame Betriebsregeln und Informationsaustausch nötig.

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