Krankenhaus-Pilz ist weit verbreitet - auch in Deutschland
11.09.2025 - 10:07:30Das geht aus einem Bericht des EuropĂ€ischen Zentrums fĂŒr die PrĂ€vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervor. Demnach lag Deutschland bei der Anzahl der gemeldeten FĂ€lle zwischen 2013 und 2023 EU-weit auf Platz fĂŒnf. Die meisten FĂ€lle wurden in Spanien gemeldet, danach folgten Griechenland, Italien und RumĂ€nien.
Candidozyma auris - frĂŒher bekannt als Candida auris - ist ein Hefepilz, der 2009 erstmals in Japan entdeckt wurde. Seitdem hat er sich in mehreren Weltregionen verbreitet, vor allem in KrankenhĂ€usern. Candidozyma auris ist gegen verschiedene Medikamente resistent und kann bei kranken Menschen schwere Infektionen verursachen.
Die FĂ€higkeit des Pilzes, auf verschiedenen OberflĂ€chen und medizinischen GerĂ€ten zu ĂŒberleben und sich ĂŒber sogenannte Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch zu ĂŒbertragen, macht es besonders schwer, die Ausbreitung des Erregers zu kontrollieren, teilte das ECDC in seinem Bericht mit. Durch die Luft, wie etwa das Coronavirus, verbreitet sich der Erreger nicht.
Anstieg der gemeldeten FĂ€lle in vergangenen Jahren
Die Studie der Gesundheitsbehörde zeigt einen rapiden Anstieg an gemeldeten FÀllen des Befalls mit dem Hefepilz innerhalb der EU und des EuropÀischen Wirtschaftsraums. Von 2013 bis 2023 wurden in der Region mehr als 4.000 FÀlle registriert - 1.346 davon allein im Jahr 2023. Deutschland meldete in dem untersuchten Zeitraum insgesamt 120 FÀlle, mit 77 entfiel mehr als die HÀlfte auf das Jahr 2023.
Das ECDC schreibt in seinem Bericht, diese Zahlen seien nur "die Spitze des Eisbergs", da es in vielen LĂ€ndern keine systematische Erfassung des Befalls mit dem Pilz gebe. Nationale BemĂŒhungen zur FrĂŒherkennung, Ăberwachung und schnellen Umsetzung von MaĂnahmen zur EindĂ€mmung der weiteren Ausbreitung von Candidozyma auris könnten die Auswirkungen auf Krankenhauspatienten in Europa abmildern, heiĂt es in dem Bericht der EU-Behörde.
Experte: Kein Grund zur Sorge in Deutschland
Oliver Kurzai, Leiter des Instituts fĂŒr Hygiene und Mikrobiologie an der Julius-Maximilians-UniversitĂ€t WĂŒrzburg, erlĂ€uterte bei einem am Mittwoch dazu abgehaltenen Presse-Briefing des Science Media Centers, Krankenhauspatienten in Deutschland mĂŒssten sich trotz der steigenden Fallzahlen keine Sorgen machen. Der Pilz sei in Deutschland eine "RaritĂ€t".
"Es macht uns Sorgen aus epidemiologischer Sicht, aber fĂŒr den einzelnen individuellen Patienten ist die Wahrscheinlichkeit, damit in Kontakt zu kommen, niedrig", so Kurzai.

