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POLITIK: Bericht: Knapp 500 Milliarden Euro fĂŒr Ukraine-Wiederaufbau nötig

23.02.2026 - 14:09:42 | dpa.de

Der Krieg in der Ukraine hat innerhalb von knapp vier Jahren laut einer neuen SchÀtzung einen direkten Schaden von fast 200 Milliarden US-Dollar verursacht.

Zwischen dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 und Ende Dezember 2025 belĂ€uft sich der Gesamtschaden auf 195,1 Milliarden US-Dollar (gut 165 Mrd Euro), wie aus einem gemeinsamen Bericht der Weltbank, der EuropĂ€ischen Kommission, der ukrainischen Regierung und der Vereinten Nationen hervorgeht. FĂŒr den Wiederaufbau des Landes dĂŒrften in den kommenden zehn Jahren 587,7 Milliarden Dollar (knapp 500 Mrd Euro) nötig sein.

Vor allem der Wohnungsbau, der Verkehrssektor und die Energieversorgung seien zerstört worden. Dabei macht der Wohnungsbau mit mehr als 60 Milliarden Dollar fast ein Drittel des direkten Schadens aus, der Verkehrssektor mit rund 40 Milliarden Dollar gut ein FĂŒnftel. "Stand 31. Dezember 2025 sind 14 Prozent des Wohnungsbestands beschĂ€digt oder zerstört; dies betrifft mehr als drei Millionen Haushalte", hieß es. Verglichen mit dem Bericht des vergangenen Jahres sei der Schaden im Energiesektor um gut ein FĂŒnftel gestiegen.

Geografisch gesehen verteilte sich der verursachte Schaden vor allem auf die Ostukraine und die Region rund um die Hauptstadt Kiew - 75 Prozent des Gesamtschadens seien in den Gebieten an der Front verzeichnet worden.

EU-Kommission will Privatwirtschaft ansprechen

In diesen Bereichen sehen die Verfasser des Berichts auch den grĂ¶ĂŸten finanziellen Bedarf beim Wiederaufbau des Landes; allerdings verteilen sich die prognostizierten Kosten proportional anders: WĂ€hrend Wohnungsbau, Verkehr und Energie jeweils gut 15 Prozent ausmachen, dĂŒrften bis 2035 auch Gelder fĂŒr Handel und Industrie sowie Landwirtschaft, soziale Sicherung und Einkommensförderung und Kampfmittelbeseitigung anfallen.

In ihrem Bericht bis Ende 2024 hatten die Experten noch einen Gesamtschaden von 176,1 Milliarden Dollar festgestellt und Wiederaufbaukosten in Höhe von 524 Milliarden Dollar prognostiziert. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos zufolge will die EuropĂ€ische Union weiter eine SchlĂŒsselrolle beim Wiederaufbau und der Erholung der Ukraine spielen. So sollten auch privatwirtschaftliche Geber fĂŒr Investitionen angesprochen werden.

Dem Bericht nach wurden seit Februar 2022 bereits besonders eilige Reparaturen und andere dringende Projekte in Höhe von mindestens 20 Milliarden Dollar umgesetzt - insbesondere in den Bereichen Wohnungsbau, Energie, Bildung, Verkehr und anderen "essenziellen Sektoren". FrĂŒheren Angaben der Weltbank zufolge wurden zwischen Kriegsbeginn und Mitte Januar 2026 insgesamt 88,2 Milliarden Dollar an Finanzhilfen gesammelt.

UN-Koordinator Matthias Schmale verwies indes darauf, dass es beim Wiederaufbau des zerstörten Landes vor allem auf die Menschen ankomme. "Das wichtigste Kapital der Ukraine sind ihre Menschen." Er verwies dabei auch auf die RĂŒckkehr von FlĂŒchtlingen, der Reintegration von Veteranen sowie die Förderung der BeschĂ€ftigung von Frauen.

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