Ergebnisse, Produktion/Absatz

Boeing streicht jeden zehnten Arbeitsplatz

12.10.2024 - 07:05:04

Der kriselnde Boeing US0970231058-Konzern streicht rund zehn Prozent seiner ArbeitsplÀtze.

Boeing-Chef Kelly Ortberg nannte bei der AnkĂŒndigung keine genaue Stellenzahl - aber nach jĂŒngsten Angaben vom Jahreswechsel hatte der Flugzeugbauer insgesamt gut 170.000 BeschĂ€ftigte. Das Unternehmen mĂŒsse die Belegschaft an die finanzielle RealitĂ€t anpassen, erklĂ€rte Ortberg. Von den weltweiten KĂŒrzungen sollen unter anderem Management und Angestellte betroffen sein.

Bei Boeing streikt seit Mitte September die grĂ¶ĂŸte Gewerkschaft IAM, die rund 33.000 Arbeiter vertritt. Von der Arbeitsniederlegung ist die Boeing-Produktion rund um Seattle im Nordwesten der USA betroffen, wo unter anderem das Bestseller-Modell 737 und der Langstrecken-Jet 777 gebaut werden. Der Streik verschĂ€rft aktuell die Probleme von Boeing weiter.

FĂŒnf Milliarden Dollar Abschreibungen

Der Konzern gab nach US-Börsenschluss am Freitag auch einen Abschreibungsbedarf von fĂŒnf Milliarden Dollar (rund 4,57 Mrd Euro) bekannt. Dabei ist die Sparte Verkehrsflugzeuge fĂŒr drei Milliarden Dollar verantwortlich, der Rest entfĂ€llt auf den Bereich Verteidigung, Raumfahrt und Sicherheit.

Im Verkehrsflugzeugbereich mĂŒssen Boeings Kunden nun noch lĂ€nger auf ihre bestellten Maschinen der nĂ€chsten Generation Typs 777X warten. Bei der Frachtversion soll es bis 2028 dauern. Die erste Auslieferung erwartet der Konzern jetzt erst 2026. Ortberg verwies auf den Streik sowie aktuell ausgesetzte TestflĂŒge. Sie wurden gestoppt, nachdem bei den Testmaschinen Probleme auftraten. Die Produktion der Frachtvariante des 767 soll 2027 eingestellt werden.

Quartalsumsatz unter Analysten-Prognosen

Zudem gab Boeing vorlĂ€ufige Eckdaten zum dritten Quartal bekannt. So dĂŒrfte der Umsatz bei 17,8 Milliarden Dollar liegen, das ist fast eine Milliarde weniger als bisher von Experten erwartet wurde. Der Verlust je Aktie soll knapp 10 Dollar betragen. Die ausfĂŒhrlichen Quartalszahlen legt Boeing am 23. Oktober vor.

Boeing hatte den streikenden Arbeitern zuletzt eine Einkommenserhöhung von 30 Prozent ĂŒber die vierjĂ€hrige Laufzeit des Vertrags angeboten. Nachdem die Gewerkschaft sich darauf nicht einließ, zog Boeing das Angebot zurĂŒck. Die Boeing-Arbeiter hatten im vergangenen Jahrzehnt mehrere Nullrunden akzeptiert. Die Gewerkschaft hatte zuletzt 2008 gestreikt. Der Ausstand dauerte 57 Tage und kostete den Konzern nach AnalystenschĂ€tzungen rund zwei Milliarden Dollar.

Boeing steckt nach einer Pannenserie schon seit Jahren in der Krise. Zuletzt geriet das QualitĂ€tsmanagement noch stĂ€rker in den Fokus, nachdem im Januar bei einer so gut wie neuen Boeing 737-9 Max von Alaska Airlines im Steigflug ein Rumpffragment herausbrach. Nur durch glĂŒckliche UmstĂ€nde wurde niemand ernsthaft verletzt. Unfallermittler kamen zu dem Schluss, dass bei der ausgelieferten Maschine vier Befestigungselemente an dem Rumpfteil fehlten.

@ dpa.de | US0970231058 ERGEBNISSE