Devisen: Eurokurs klettert ĂŒber 1,06 US-Dollar
04.03.2025 - 21:19:23Der Euro stieg bis auf 1,061Ćœ Dollar und erreichte so den höchsten Stand in diesem Jahr. Im frĂŒhen europĂ€ischen GeschĂ€ft hatte der Euro noch unter 1,05 Dollar notiert. Die EuropĂ€ische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0557 (Montag: 1,0465) US-Dollar fest.
Vor allem die neu geplanten Staatsausgaben fĂŒr die Verteidigungsindustrie stĂŒtzten den Euro. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hatte einen Plan vorgeschlagen, um die Verteidigungsausgaben in Europa massiv zu erhöhen. Insgesamt könne Europa so nahezu 800 Milliarden Euro mobilisieren, sagte von der Leyen.
Hierzulande wollen Union und SPD Milliardenkredite fĂŒr Verteidigung ermöglichen. So soll die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse fĂŒr bestimmte Verteidigungsausgaben gelockert werden. Der Beschluss soll wegen der komplizierten MehrheitsverhĂ€ltnisse noch vom alten Bundestag getroffen werden. Allein haben Union und SPD auch dort nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit fĂŒr eine GrundgesetzĂ€nderung. Sie brauchen daher Stimmen von GrĂŒnen oder FDP.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs US38141G1040 erwartet jetzt nicht mehr, dass der Euro auf die ParitĂ€t zum Dollar zurĂŒckfĂ€llt. Auch die Deutsche Bank DE0005140008 sieht eine geringere Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Fall auf die ParitĂ€t. "Die derzeitige Ausgabenwelle in Europa wird zu mehr Zusammenhalt und SolidaritĂ€t fĂŒhren und den Euro stĂ€rken", sagte Ales Koutny, Ăkonom bei Vanguard Asset Management.
Auch die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump belastet den Dollar. China und Kanada reagieren auf die neuen US-Importzölle ihrerseits mit Gegenzöllen. Auch Mexiko stellte GegenmaĂnahmen in Aussicht, lieĂ die genauen Details zunĂ€chst aber noch offen. Viele Ăkonomen erwarten, dass die Zölle das US-Wirtschaftswachstum belasten könnten. Zwar gerieten auch der mexikanische Peso und das kanadische Pfund zum Euro unter Druck. Die KursabschlĂ€ge hielten sich jedoch in Grenzen.

