Devisen: Euro wieder unter Druck - Regierungssturz in Paris bewegt aber kaum
09.09.2025 - 21:26:49 | dpa.deDie europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung reagierte am Dienstag aber kaum auf den erwarteten Sturz der Regierung in Frankreich; am Markt war vielmehr von einer ZurĂŒckhaltung der Anleger vor dem anstehenden Zinsentscheid der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) die Rede. Die GemeinschaftswĂ€hrung kostete im US-Handel 1,1706 Dollar. Im frĂŒhen europĂ€ischen GeschĂ€ft hatte sie noch rund einen halben Cent höher notiert.
Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1744 (Montag: 1,1728) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8514 (0,8526) Euro.
Am Montag war der französische Premier François Bayrou in der Nationalversammlung im Streit ĂŒber seinen Sparhaushalt mit einer Vertrauensfrage gescheitert. Bayrou hat mittlerweile seinen RĂŒcktritt bei Macron eingereicht. Staatschef Emmanuel Macron ernannte nun den bisherigen Verteidigungsminister SĂ©bastien Lecornu zum Premierminister.
"An den FinanzmĂ€rkten hat man mit einem Fall von François Bayrou gerechnet. Die Reaktionen fallen deshalb gemĂ€Ăigt aus", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Auch der Euro habe "keine gröĂeren Blessuren aufgrund der politischen Turbulenzen in Frankreich" gezeigt.
"Die FinanzmĂ€rkte werten bislang Frankreich als Einzelrisiko und nicht als systemisches Risiko fĂŒr die gesamte Eurozone", schrieb Gitzl. "Dieser Umstand dĂŒrfte wohl auch dem mittlerweile umfangreichen Instrumentenkasten der EZB zu verdanken sein." Anleger schauen daher bereits auch auf die Zinsentscheidung der EuropĂ€ischen Zentralbank an diesem Donnerstag und mögliche Aussagen von EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde.
Auch die Zinsentscheidung der US-Notenbank wird mit Spannung erwartet. Die FinanzmÀrkte gehen davon aus, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche ihre Leitzinsen senken wird. Korrigierte US-Arbeitsmarktdaten bestÀtigten diese Erwartung. Das BeschÀftigungswachstum in den USA war in den zwölf Monaten bis zum MÀrz 2025 weit weniger robust als zuvor berichtet. Die Zahl der BeschÀftigten ist in diesem Zeitraum voraussichtlich um 911.000 geringer gewachsen als bisher bekannt, wie aus der vorlÀufigen Benchmark-Revision der US-Regierung hervorgeht. Das sind fast 76.000 weniger pro Monat. Zuletzt hatten bereits die viel beachteten, monatlichen Arbeitsmarktdaten enttÀuscht und Erwartungen an Zinssenkungen verstÀrkt.
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