Devisen: Eurokurs im US-Handel weiter unter 1,14 Dollar - Nahostkrieg belastet
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 21:19 Uhr | dpa.deRund eine Stunde vor dem Börsenschluss an der Wall Street wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1375 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag in Frankfurt auf 1,1392 (Mittwoch: 1,1408) US-Dollar fest.
Die beibehaltenen Leitzinsen bewegten nicht, denn das war erwartet worden. "Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen", sagte Präsidentin Christine Lagarde nach der Sitzung des EZB-Rates. Die Notenbank will weitere Konjunkturdaten abwarten und im September über eine mögliche Leitzinserhöhung entscheiden.
Dagegen gab die Verschärfung der Lage am Persischen Golf samt deutlich gestiegener Ölpreise dem Dollar Auftrieb und belastete im Gegenzug den Euro. Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben erneut militärische Ziele im Iran. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Es war die zwölfte Nacht in Folge, in der die Vereinigten Staaten die Islamische Republik angriffen, und nach Angriffen der Huthi-Miliz vor Jemens Küste drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran im Falle einer erneuten Attacke mit "schweren militärischen Strafen".
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) stieg angesichts dieser Eskalation erstmals seit zwei Monaten wieder über 100 Dollar je Barrel. Der als sicherer Hafen geltende US-Dollar war gefragt. Zudem wird Rohöl in Dollar gehandelt. Steigende Ölpreise führen also zu einer höheren Nachfrage nach der US-Währung.
