Devisen: Euro fÀllt nach Höhenflug wieder unter 1,20 US-Dollar
28.01.2026 - 17:04:47Am Nachmittag kostete die GemeinschaftswĂ€hrung 1,1952 US-Dollar. Am spĂ€ten Dienstagabend hatte der Euro mit 1,2045 Dollar den höchsten Stand seit 2021 erreicht. Trotz des RĂŒckgangs verteidigte der Euro am Mittwoch einen Teil seiner Vortagsgewinne. Die EuropĂ€ische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1974 (Dienstag: 1,1929) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8351 (0,8382) Euro.
Beobachter sprachen von einer Gegenbewegung am Devisenmarkt. Am Dienstag hatte eine Dollar-SchwĂ€che dem Euro krĂ€ftigen Auftrieb verliehen. Auslöser waren Aussagen des US-PrĂ€sidenten Donald Trump, der sich unbesorgt ĂŒber die jĂŒngste SchwĂ€che der US-WĂ€hrung gezeigt hatte. Der Dollar hat nach Ansicht von Trump nicht zu stark an Wert verloren. Im Gegenteil: Der US-PrĂ€sident behauptete, dass sich die LandeswĂ€hrung "hervorragend" entwickelt habe.
Nach EinschĂ€tzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht die US-Regierung Vorteile in der jĂŒngsten Abwertung des Dollar. In den Augen von Trump stĂ€rke die Abwertung die WettbewerbsfĂ€higkeit der US-Wirtschaft.
Am Abend wird sich das Interesse der Anleger zunehmend auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed richten. Es wird fest mit einem unverĂ€nderten Leitzins in der Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent gerechnet, obwohl Trump zuletzt immer wieder Zinssenkungen gefordert und NotenbankprĂ€sident Jerome Powell heftig beschimpft hatte. "In diesem Zusammenhang kommen immer wieder Sorgen um die UnabhĂ€ngigkeit der Notenbank auf", heiĂt es in einem Kommentar der Landesbank Hessen-ThĂŒringen (Helaba).
Nach EinschĂ€tzung der Helaba-Experten dĂŒrfte die Zinsentscheidung aus Sicht des US-PrĂ€sidenten unbefriedigend ausfallen. Er könnte "das Ergebnis dazu nutzen, den neuen Fed-Chef bekanntzugeben, von dem er sich eine lockerere Geldpolitik erhofft". Die regulĂ€re Amtszeit von Notenbankchef Powell endet im Mai. Es werden derzeit eine Reihe von möglichen Nachfolgern gehandelt.
Der US-Dollar erholte sich besonders deutlich zum japanischen Yen. US-Finanzminister Scott Bessent sagte, dass die Vereinigten Staaten keine Absicht hĂ€tten, am Devisenmarkt zu intervenieren, um den Yen zu stĂŒtzen. Man verfolge vielmehr eine Politik des starken Dollars.
Zu anderen wichtigen WĂ€hrungen legte die EZB die Referenzkurse fĂŒr einen Euro auf 0,86850 (0,86830) britische Pfund, 182,76 (182,92) japanische Yen und 0,9188 (0,9197) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 5.076 Dollar. Das waren etwa 96 Dollar mehr als am Vortag.

