INDEX-MONITOR: Bayer dĂŒrfte Stoxx Europe 50 Anfang MĂ€rz verlassen
01.03.2024 - 05:50:09Grund ist laut Analyst Pankaj Gupta von der Bank JPMorgan, dass der Agrarchemie- und Pharmakonzern zwei Monate die Verbleibekriterien gerissen hat. Ănderungen im Leitindex der Eurozone, dem EuroStoxx 50 EU0009658145, werden nicht erwartet.
Laut der fĂŒr diese ĂberprĂŒfung geltenden Fast-Exit-Regel scheidet ein Unternehmen aus dem 50 Werte umfassenden, wĂ€hrungsgemischten europĂ€ischen Index aus, sobald es sich in der Rangliste der entsprechenden gröĂten europĂ€ischen Unternehmen zweimal in Folge auf Platz 75 oder schlechter befindet.
Der zur Deutschen Börse gehörende Indexanbieter Stoxx Ltd. wird seine nĂ€chste Liste Anfang MĂ€rz veröffentlichen. Sollte Bayer absteigen, wĂŒrde die Ănderung am Freitag, 8. MĂ€rz, in Kraft treten. Als potenzielle Nachfolger sieht Gupta die spanische Bank BBVA ES0113211835 oder die italienische Bank Unicredit IT0005239360.
Die Bayer-Aktien notieren nach einer monatelangen Talfahrt derzeit mit rund 28 Euro auf dem niedrigsten Niveau seit 2005. An der Börse bringt es der Konzern nur noch auf eine Marktkapitalisierung von 27,6 Milliarden Euro. Das ist nicht einmal halb so viel, wie der Konzern 2018 fĂŒr die Ăbernahme des US-Agrarchemieriesen Monsanto gezahlt hatte.
Mit dem Kauf hatten sich die Leverkusener unter ihrem Ex-Chef Werner Baumann auch zahlreiche US-Rechtsstreitigkeiten um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ins Haus geholt. Diese haben schon viele Milliarden gekostet und ein Ende ist nicht in Sicht. Zudem floppte Ende 2023 eine Pharmastudie mit einem HoffnungstrĂ€ger, der eigentlich UmsatzausfĂ€lle kompensieren sollte, die durch auslaufende Patente fĂŒr aktuelle Kassenschlager entstehen.
Index-Ănderungen sind vor allem fĂŒr Fonds wichtig, die Indizes real nachbilden, etwa physisch replizierende ETF. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet werden, was kurzfristig Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

