ROUNDUP, Sartorius

Sartorius enttÀuscht mit neuen Mittelfristzielen - Aktie steigt dennoch

17.03.2026 - 10:20:35 | dpa.de

Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 sieht sich in den kommenden Jahren weiter im Aufwind.

Dabei setzt der Konzern auf den weiteren Vormarsch der Biotech-MĂ€rkte und will sich entsprechend ausrichten. So sollen Kernkompetenzen gestĂ€rkt, "aufstrebende" GeschĂ€ftsfelder gezielt ausgebaut und die eigene Effizienz gesteigert werden, "um auch zukĂŒnftig besser abzuschneiden als der Markt", sagte Konzernchef Michael Grosse laut Mitteilung vom Dienstag anlĂ€sslich des Kapitalmarkttages in Göttingen. Dazu legt der im vergangenen Juli angetretene Unternehmenslenker neue Mittelfristziele auf. Analysten zeigten sich zwar enttĂ€uscht, an der Börse ging es aber im frĂŒhen Handel zuletzt um ĂŒber fĂŒnf Prozent aufwĂ€rts.

Die Markterwartungen an den Gesamtkonzern dĂŒrften nun um rund 4 Prozent sinken, schrieb Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion am Morgen. Allerdings habe es bereits BefĂŒrchtungen unter Investoren gegeben, dass Sartorius seine mittelfristigen Ambitionen abschwĂ€chen könnte, sodass angesichts des jĂŒngst schwachen Laufs der Aktie ein Kursanstieg zu erwarten sei, argumentierte der Experte weiter.

Jefferies-Analyst James Vane-Tempest bemĂ€ngelte die angestrebte organische Umsatz- sowie die Margensteigerung im Bereich Lab Products & Services (LPS), hier bleibe Sartorius hinter den Markterwartungen zurĂŒck. Dagegen fielen die Ziele in der Hauptsparte Bioprocess Solutions (BPS) im Rahmen der Erwartungen aus. Die Aktien der Tochter Sartorius Stedim Biotech verteuerten sich zuletzt um fast fĂŒnfeinhalb Prozent.

Sartorius geht unterdessen davon aus, dass bis Ende des Jahrzehnts biotechnologisch hergestellte Medikamente und Therapien rund 57 Prozent der weltweiten PharmaumsĂ€tze ausmachen werden. Angesichts dieser Perspektiven werde der Konzern seine bisher nach eigenen Angaben fĂŒhrende Rolle in Feldern wie etwa Einweg-Technologien, Zellanalytik und Prozessintensivierung weiter festigen, hieß es. KĂŒnftige Wachstumschancen sieht das Management zudem etwa bei Zell- und Gentherapien, in der Prozessanalytik und in fortschrittlichen Zellmodellen, sowie in Plattformen fĂŒr analytische Charakterisierung und QualitĂ€tskontrolle.

Mit ihrem Wachstum wollen die Göttinger in den kommenden Jahren die relevanten MĂ€rkte jĂ€hrlich um etwa 100 bis 200 Basispunkte ĂŒbertreffen. Grosse sprach vor den Analysten von "ambitionierten" Zielen, die aber erreichbar seien. Auf Konzernebene peilt der Vorstandschef damit fĂŒr 2027 bis 2030 ein organisches Umsatzplus von 8 bis 11 Prozent pro Jahr an. Beide Sparten sollen hierzu beitragen - wobei das BioprozessgeschĂ€ft mit wechselkursbereinigt 9 bis 12 Prozent stĂ€rker zulegen soll als das LaborgeschĂ€ft, das um 5 bis 7 Prozent wachsen dĂŒrfte.

Zugleich will Sartorius seine ProfitabilitĂ€t weiter steigern. Die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) des Konzerns soll jĂ€hrlich um rund 0,50 bis 0,75 Prozentpunkte klettern. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war die Marge auf 29,7 Prozent angezogen, fĂŒr 2026 peilt Grosse eine weitere Steigerung auf etwas ĂŒber 30 Prozent an.

Laut JPMorgan-Analyst Vosser impliziert die Mittelfristprognose eine Ergebnismarge von 32,8 Prozent im Jahr 2030. Dagegen hatte noch vor zwei Jahren Grosses VorgÀnger Joachim Kreuzburg zum Kapitalmarkttag das Ziel einer Marge von rund 34 Prozent bereits im Jahr 2028 ausgerufen.

TatsĂ€chlich hatte Sartorius die vergleichsweise hohe Marge von 34,1 Prozent im Boom- und Pandemiejahr 2021 erzielt. Seinerzeit hatte der Konzern allerdings massiv von der hohen Nachfrage etwa fĂŒr die Produktion von Impfstoffen profitiert. Im Anschluss an die Pandemie brach der Bedarf wegen der noch hohen LagerbestĂ€nde bei den Abnehmern deutlich ein - und mit ihm die Margen der Niedersachsen. Inzwischen liegen diese Probleme aber weitestgehend hinter dem Konzern.

Wesentliche Treiber der kĂŒnftigen Entwicklung sieht das Unternehmen den jetzigen Angaben zufolge vor allem in Skaleneffekten und in einem steigenden Umsatzanteil der margenstarken Verbrauchsmaterialien, aber auch in Optimierungen des tĂ€glichen GeschĂ€fts. So will Sartorius etwa seine Lieferketten noch besser aufstellen und die ProduktqualitĂ€t und Effizienz der Serviceleistungen weiter steigern.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
boerse | 68700229 |