Sartorius sieht Stabilisierung des GeschÀfts - Aktie springt an
17.10.2024 - 11:35:40 | dpa.deZwar macht dem Unternehmen die anhaltende InvestitionszurĂŒckhaltung der Kunden, insbesondere in China, zu schaffen. Doch zeigt sich das NeugeschĂ€ft positiv. Das laufende Sparprogramm trĂ€gt zudem FrĂŒchte und soll sich im Schlussquartal voll entfalten. Die Jahresprognosen bestĂ€tigte das Management um Joachim Kreuzburg am Donnerstag.
Nach einem schwachen ersten Halbjahr hatte der im Dax DE0008469008 notierte Konzern seine Erwartungen deutlich zurĂŒckschrauben mĂŒssen und fĂŒr Tristesse bei den Anlegern gesorgt. Nach der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal griffen sie nun wieder beherzt zu.
Manche Investoren wurden offenbar auf dem falschen FuĂ erwischt. Am Vortag waren die Titel noch deutlich abgerutscht. Auslöser waren kassierte Jahresziele des Schweizer Wettbewerbers Tecan CH0012100191. Die bestĂ€tigte Prognose von Sartorius sollte angesichts niedriger Erwartungen vieler Investoren ausreichen, die Aktien zu stĂŒtzen, schrieb Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC nach der Veröffentlichung der Zahlen.
Experte Odysseas Manesiotis von der Privatbank Berenberg bezeichnete die Zahlen als solide. Der Auftragseingang im Segment Bioprozesstechnik liege deutlich ĂŒber der Markterwartung. Und mit Blick auf die Auftragslage des Labordienstleisters gebe es hinsichtlich des Schlussquartals die Aussicht auf Besserung. Kein Grund zum Jubeln sieht hingegen Warburg-Experte Michael Heider. Sartorius habe ein weiteres schwaches Quartal hinter sich, aber den Jahresausblick bestĂ€tigt. Das GeschĂ€ftsumfeld sei weiterhin eher trist.
FĂŒr die zuletzt teils arg gebeutelten Sartorius-Vorzugsaktien ging es im frĂŒhen Handel zunĂ€chst um gut 17 Prozent auf 268 Euro nach oben, bevor sie einen Teil der Gewinne wieder abgaben. Am spĂ€ten Vormittag fĂŒhrten sie den Dax mit einem Plus von noch rund zwölf Prozent an. 2024 notieren die Papiere gleichwohl immer noch fast ein FĂŒnftel im Minus. KaufzurĂŒckhaltung der Kunden, die sich wĂ€hrend der Corona-Pandemie die Lager prall gefĂŒllt hatten, lastete auf den GeschĂ€ften des Unternehmens und auf dem Aktienkurs.
Konzernchef Kreuzburg verbreitete nach der Zahlenvorlage vorsichtige Zuversicht: "Nach der pandemiebedingt sehr volatilen Entwicklung hat sich die GeschÀftslage stabilisiert, und wir sind auf Kurs, unsere Gesamtjahresprognose zu erreichen." Die meisten Kunden hÀtten den Abbau ihrer LagerbestÀnde weitgehend abgeschlossen und entsprechend steige die Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien. "Wir sehen auch eine zunehmende Zahl von Kundenprojekten, wobei viele Kunden bei konkreten Investitionsentscheidungen noch zögerlich sind."
Der Umsatz sank im dritten Quartal um 2,1 Prozent auf rund 794 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Göttingen weiter mitteilte. Dagegen trĂ€gt das Effizienzprogramm zunehmend FrĂŒchte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich um 0,7 Prozent auf gut 215 Millionen Euro - die entsprechende Marge verbesserte sich leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 27,1 Prozent. Den höchsten positiven Beitrag aus dem Sparprogramm erwartet das Unternehmen im vierten Quartal.
Sartorius hat sich zum Ziel gesetzt, durch das Programm mindestens 100 Millionen Euro zu sparen. Erreicht werden soll dies unter anderem durch Anpassungen beim Einkauf, eine Straffung interner Strukturen sowie schlankerer AblĂ€ufe. Zudem wurden geplante KapazitĂ€tserweiterungen zum Teil verschoben. Kreuzburg zeigte sich in einer Konferenz zuversichtlich, dass Sartorius am Ende etwas ĂŒber 100 Millionen Euro erreichen werde und damit besser abschneide als geplant.
Der Auftragseingang erhöhte sich im Quartal um 2,2 Prozent auf fast 768 Millionen Euro. Dabei verzeichnete die auf Life-Science-Forschung und Pharmalabore spezialisierte Sparte Lab Products & Services ein Plus von 3,9 Prozent. Das GeschÀft hatte sich zuletzt schwÀcher entwickelt.
Die Prognose bekrÀftigte das Unternehmen. So soll der Umsatz 2024 wÀhrungsbereinigt weiter im Schnitt in etwa auf Vorjahresniveau bleiben. Dabei behÀlt Sartorius seine relativ breite Spanne einer niedrig einstellig negativen bis niedrig einstellig positiven Umsatzentwicklung bei. Die bereinigte Ebitda-Marge soll 27 bis 29 Prozent betragen.
Nach neun Monaten steht bislang ein wĂ€hrungsbereinigtes Umsatzminus von zwei Prozent sowie eine bereinigte Ebitda-Marge von 27,7 Prozent zu Buche. Kreuzburg erwartet fĂŒr das Schlussquartal eine weitere "gewisse Belebung" des GeschĂ€fts.
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