Ergebnisse, Produktion/Absatz

Lkw-Bauer Volvo unter Druck - Wende bei AuftrÀgen weckt Zuversicht

29.01.2025 - 11:39:20

Der Lkw-Bauer Volvo SE0000115446 hat im vierten Quartal auch wegen der schwachen europÀischen MÀrkte einen Gewinneinbruch erlitten.

Allerdings besserten sich die Anzeichen fĂŒr das kĂŒnftige GeschĂ€ft der Schweden, weil die Truck-Bestellungen nach lĂ€ngerer Durststrecke spĂŒrbar anzogen. Zudem erreichte der freie Finanzmittelzufluss im vierten Quartal einen Rekord. Anleger goutierten die besseren Aussichten am Mittwoch mit einem deutlichen Kursplus.

Die Aktie stieg in Stockholm am Vormittag um 6,4 Prozent auf 305,90 schwedische Kronen. Im Jahrestief 2024 im August war das Papier noch fĂŒr weniger als 244 Kronen zu haben. Allein im laufenden Jahr hat der Kurs rund 14 Prozent an Wert gewonnen.

Das vierte Quartal sei zwar schwach gelaufen, schrieb Analyst Aarin Chiekrie vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown. Der Konzern sei nun aber auf dem Weg zu Wachstum in diesem Jahr. Jose Asumendi von der Bank JPMorgan verwies auf die Wende bei den Bestellungen als positiven Faktor.

Hier sieht die Lage nĂ€mlich wieder etwas rosiger aus: Der Auftragseingang lag mit 61.200 Lkw knapp ein Viertel ĂŒber dem Wert ein Jahr zuvor. Die Erwartungen an die wichtigsten MĂ€rkte fĂŒr Schwerlast-Lkw blieben bei den Schweden allerdings unverĂ€ndert. In China und Indien geht Volvo hingegen von weniger Marktvolumen aus als bisher. Die eigentlich großen NutzfahrzeugmĂ€rkte dort sind fĂŒr westliche Hersteller - auch fĂŒr Volvo - aber weniger relevant.

Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis des Konzerns fiel im vierten Quartal im Jahresvergleich um knapp ein Viertel auf 14,0 Milliarden schwedische Kronen (1,22 Mrd Euro), wie der Rivale von Daimler Truck DE000DTR0CK8 und der VW DE0007664039-Nutzfahrzeugholding Traton DE000TRAT0N7 in Stockholm mitteilte. Experten hatten mehr erwartet.

Die um Sonderposten bereinigte Marge in Volvos Lkw-GeschĂ€ft sackte von 13,7 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 10,6 Prozent ab. Volvo galt im Branchenvergleich zuletzt oft als ein Maßstab bei der ProfitabilitĂ€t in der Branche. Bei den Schwaben von Daimler Truck reicht im Allgemeinen nur das lukrative NordamerikageschĂ€ft an Volvos Margen heran, bei Traton ist die schwedische Marke Scania die Renditeperle und erst in diesem Jahr in Ă€hnliche Höhen vorgedrungen.

Volvo begrĂŒndete den RĂŒckgang der ProfitabilitĂ€t damit, dass weniger und billigere Fahrzeuge abgesetzt wurden und die Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung stiegen. Chef Martin Lundstedt sprach von vielen ProdukteinfĂŒhrungen im vergangenen Jahr. Dieses Jahr dĂŒrften die Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung sogar noch etwas höher liegen als 2024.

Weil die VerkĂ€ufe vor allem auf dem grĂ¶ĂŸten Markt Europa schwĂ€chelten, sackte der Umsatz im Quartal um 6 Prozent auf 138,4 Milliarden Kronen ab. Unter dem Strich ging der Gewinn um elf Prozent auf 10,7 Milliarden Kronen zurĂŒck.

FĂŒr das Gesamtjahr 2024 erhöhte Volvo die Regeldividende von 7,50 auf 8 Kronen. Zudem gibt es wie im Jahr zuvor noch eine Sonderdividende von 10,50 Kronen obendrauf.

@ dpa.de | DE000DTR0CK8 ERGEBNISSE