Burda bekommt Doppelspitze
28.04.2025 - 16:32:11 | dpa.deEiner von zwei CEOs soll sich um die VerlagsgeschĂ€fte kĂŒmmern - wer es sein wird, lieĂ der Konzern noch offen und verwies auf einen Auswahlprozess.
Der langjĂ€hrige Burda-Manager Philipp Welte, der unter anderem den Konzernbereich der Zeitschriften ("Focus", "Bunte") verantwortet, wird es nicht - er wechselt perspektivisch in den Verwaltungsrat und hört dann im operativen GeschĂ€ft auf. Bis zu seiner Berufung bleibt er operativ fĂŒr das im Bereich Burda Media zusammengefasste Publishing-GeschĂ€ft verantwortlich.
Der zweite kĂŒnftige CEO ist fĂŒr etwas anderes zustĂ€ndig: Er steuert die digitalen Beteiligungen, die Burda an anderen Unternehmen hĂ€lt. Auch das InvestmentgeschĂ€ft gehört dazu. Der Name steht schon fest: Vorstandsmitglied Marc Al-Hames steigt zum 1. Juni in die Position auf. Bekannte Portale in seinem Verantwortungsbereich sind die Jobplattform "Xing" und die Nachbarschaftsplattform "Nebenan.de".
Machtkampf und personelle Konsequenzen
Im Januar 2024 musste der damalige Burda-Vorstandsvorsitzende Martin Weiss den Medienkonzern verlassen. Anlass fĂŒr den personellen Schritt war offensichtlich ein Machtkampf um die strategischen Weichenstellungen im Unternehmen. Seither ĂŒbernahm der Vorstand seine Aufgaben.
Mit der neuen Doppelspitze wolle man "die Grundlage dafĂŒr schaffen, dass die unterschiedlichen GeschĂ€fte der Burda-Gruppe flexibel gesteuert werden", hieĂ es in der Mitteilung. Verleger Hubert Burda prĂ€gt mit seinen Zeitschriften wie dem Nachrichtenmagazin "Focus" und der Illustrierten "Bunte" seit Jahrzehnten die deutsche Medienlandschaft. Er investierte zugleich frĂŒhzeitig und massiv ins Digitale.
Eine neue Generation ĂŒbernimmt Verantwortung
Die neue Struktur an der Spitze fĂ€llt in eine Zeit des Generationenwechsels. Seit dem 1. Februar sind Burdas Kinder Elisabeth Burda FurtwĂ€ngler und Jacob Burda stĂ€rker in den Vordergrund gerĂŒckt. Somit lenkt inzwischen die vierte Generation der Familie Burda das seit 1903 publizistisch tĂ€tige Familienunternehmen in MĂŒnchen und Offenburg mit knapp 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro (2023).
Die Kinder entstammen der Ehe von Burda mit Schauspielerin Maria FurtwĂ€ngler. Das Paar trennte sich vor Jahren. FĂŒr die operative GeschĂ€ftsfĂŒhrung sind die Familienmitglieder nicht verantwortlich, sondern der Vorstand.
Die Familie ist aber im Verwaltungsrat. Dieser ist ein entscheidendes Gremium im Konzern. Er vertritt die Interessen der Gesellschafter bei Burda, die Unternehmensgruppe ist zu 100 Prozent im Burda-Familienbesitz. Der Vorstand berichtet an den Verwaltungsrat.
Mit der neuen Struktur gibt es eine weitere VerĂ€nderung: Die fĂŒr Personal zustĂ€ndige VorstĂ€ndin Katharina Herrmann verlĂ€sst im Laufe des Sommers Burda - laut Konzern im Einvernehmen.
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