ROUNDUP, Zölle

Zölle und starker Euro belasten Ausblick von Siemens Healthineers

05.11.2025 - 08:17:53 | dpa.de

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers DE000SHL1006 erwartet im laufenden GeschĂ€ftsjahr keine großen SprĂŒnge.

Handelszölle und negative WĂ€hrungseffekte dĂŒrften das Ergebnis belasten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Erlangen mit. So erwartet das Management um Konzernchef Bernd Montag fĂŒr das neue GeschĂ€ftsjahr 2025/26 (per Ende September) ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,20 bis 2,40 Euro. Beide Faktoren dĂŒrften sich zusammen mit etwa 0,30 Euro je Aktie negativ niederschlagen, hieß es.

Die Healthineers-Aktie geriet vorbörslich unter Druck. Auf der Handelsplattform Tradegate verlor das Papier im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vorabend 2,9 Prozent.

Allein die Zölle dĂŒrften das Ergebnis mit rund 400 Millionen Euro belasten und damit doppelt so stark wie im Vorjahr, schĂ€tzt das Management. Im Vorjahr hatte Siemens Healthineers den entsprechenden Gewinn je Anteilsschein um sieben Prozent auf 2,39 Euro gesteigert. Analysten haben bislang im Schnitt eine Steigerung auf 2,48 Euro fĂŒr das neue GeschĂ€ftsjahr auf dem Zettel.

Mittelfristig will das Unternehmen die Auswirkungen der Zölle ausgleichen. Dies soll durch Preiserhöhungen sowie Einsparungen geschehen. Dazu will das Management auch Produktion in die USA verlagern.

Der vergleichbare Umsatz - bereinigt um WĂ€hrungs- und Portfolioeffekte - soll im neuen GeschĂ€ftsjahr erneut um fĂŒnf bis sechs Prozent zulegen. Auch hier hatten sich Marktexperten etwas mehr erhofft. Mit Ausnahme des Labordiagnostik-GeschĂ€fts, fĂŒr das eine Stagnation erwartet wird, sollen alle Bereiche zulegen.

Im vergangenen GeschÀftsjahr stieg der Umsatz vergleichbar um 5,9 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro, wobei sich die Entwicklung im vierten Quartal stÀrker abschwÀchte als von Analysten erwartet. Wachstumstreiber waren das GeschÀft mit der Bildgebung sowie der Krebsspezialist Varian.

Damit erreichte Siemens Healthineers seine eigenen Ziele. Beim Ergebnis je Aktie lag das Unternehmen auch in der Spanne seiner ursprĂŒnglich zu GeschĂ€ftsjahresbeginn abgegebenen Prognose. Der Medizintechnikhersteller hatte nach der ZollankĂŒndigung durch US-PrĂ€sident Donald Trump zunĂ€chst seine Ergebnisprognose gesenkt, spĂ€ter dann aber wieder angehoben. Zum Gewinnanstieg trugen nicht nur gute GeschĂ€fte mit der Bildgebung sowie Varian bei, sondern auch deutliche Verbesserung in lange schwĂ€chelnden GeschĂ€ft mit der Labordiagnostik, die Siemens Healthineers neu ausgerichtet hat.

"Trotz eines herausfordernden Umfelds haben wir ein weiteres erfolgreiches Jahr abgeschlossen", kommentierte Konzernchef Montag die Entwicklung. Das spiegelt sich auch in einer höheren Dividende wider. AktionĂ€r sollen fĂŒr das vergangene GeschĂ€ftsjahr 1,00 Euro je Aktie erhalten und damit fĂŒnf Cent mehr als im Vorjahr.

Montag sieht in der Entwicklung ein "solides Fundament fĂŒr unsere nĂ€chste Strategiephase". Am 17. November hĂ€lt Siemens Healthineers einen Investorentag ab, auf dem das Management neue Mittelfristziele setzen will.

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