BundesratsprÀsident, Abbau

BundesratsprÀsident fordert Abbau der sozialen Ungleichheit

21.11.2025 - 11:03:03

Der neue BundesratsprĂ€sident Andreas Bovenschulte hat dazu aufgerufen, die große soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern.

In seiner Antrittsrede in der LĂ€nderkammer warnte Bremens Regierungschef vor Risiken fĂŒr die Demokratie durch die ungleiche Vermögensverteilung.

Die Wirtschaftsweisen hÀtten festgestellt, dass Deutschland von allen LÀndern des Euroraums die zweithöchste Vermögensungleichheit aufweise, sagte der SPD-Politiker. Auf die oberen 10 Prozent der Bevölkerung entfielen demnach rund 60 Prozent aller Vermögenswerte, auf die unteren 50 Prozent der Bevölkerung 2 Prozent.

Gefahr fĂŒr demokratische StabilitĂ€t

"Solche massiven Unterschiede sind nicht nur sozial ungerecht und wirtschaftlich kontraproduktiv, sie gefĂ€hrden auch die demokratische StabilitĂ€t unseres Gemeinwesens", warnte er. "Hier bedarf es dringend einer breiten, sachlich gefĂŒhrten Diskussion ĂŒber mögliche Gegenstrategien."

"Viele StĂ€rken - ein Land" ist Bremens Motto fĂŒr PrĂ€sidentschaft

Bremen ĂŒbernahm Anfang November turnusmĂ€ĂŸig vom Saarland den Vorsitz im Bundesrat. Die PrĂ€sidentschaft wechselt jĂ€hrlich. Die Reihenfolge richtet sich nach der GrĂ¶ĂŸe der 16 BundeslĂ€nder. Bremen stellte seine PrĂ€sidentschaft unter das Motto "Viele StĂ€rken - ein Land".

"Damit möchten wir zum einen betonen, dass die gesellschaftliche und föderale Vielfalt Deutschlands mitnichten ein Systemfehler, sondern eine echte und große StĂ€rke ist. Sie macht uns resilient und gibt uns Kraft fĂŒr die anstehenden Herausforderungen", erklĂ€rte Bovenschulte. Zum anderen bringe das Motto zum Ausdruck, dass erst die vielen engagierten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger das Land stark machten.

Der Föderalismus habe seine LeistungsfÀhigkeit in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder unter Beweis gestellt, sagte Bovenschulte. Es möge an der einen oder anderen Stelle Reformbedarf geben. "Aber dies Àndert nichts daran, dass sich das grundsÀtzliche Konstruktionsprinzip des kooperativen Föderalismus sehr bewÀhrt hat."

Bundesregierung bietet LĂ€ndern enge Zusammenarbeit an

FĂŒr die Bundesregierung bot Kanzleramtsminister Thorsten Frei den LĂ€ndern eine enge Zusammenarbeit an. "Wir wollen unsere WettbewerbsfĂ€higkeit, unsere Wirtschaft stĂ€rken, den sozialen Zusammenhalt bewahren und unser Land und seine Enkelinnen und Enkel auf eine nachhaltige und sichere Zukunft vorbereiten - alles im Schulterschluss mit den LĂ€ndern", sagte der CDU-Politiker in seiner Erwiderung auf Bovenschulte.

@ dpa.de