BaFin prĂŒft bei Gerresheimer GeschĂ€ftsbericht 2023 / 24 - Kurs bricht ein
24.09.2025 - 11:46:24Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde hat am 18. September eine PrĂŒfung des Konzernabschlusses 2023/24 (Ende November) von Gerresheimer und des dazugehörigen Lageberichts eingeleitet, wie aus einer ErklĂ€rung der Behörde am Mittwoch hervorgeht. Es gebe konkrete Hinweise, dass Gerresheimer gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoĂen habe. Das Unternehmen sagte seine Kooperation zu, um den Sachverhalt zu klĂ€ren. Dabei vertrat Gerresheimer die Auffassung, korrekt bilanziert zu haben.
An der Börse brachen die Aktien zunĂ€chst um mehr als ein Drittel ein. Nach der Stellungnahme Gerresheimers wurden die Kursverluste eingedĂ€mmt und das Papier gab zuletzt rund ein FĂŒnftel nach. Damit hat die Aktie seit dem Jahreswechsel mehr als die HĂ€lfte an Wert eingebĂŒĂt.
Konkret gehe es um Bestellungen, fĂŒr die im letzten Drittel des vergangenen GeschĂ€ftsjahres mit den jeweiligen Kunden sogenannte "Bill-and-Hold"-Vereinbarungen abgeschlossen wurden, erlĂ€uterte Gerresheimer in einer Stellungnahme am Mittwoch. GeprĂŒft werde nun, ob diese Umsatzerlöse im Konzernabschluss des vergangenen GeschĂ€ftsjahres erfasst werden durften oder erst im laufenden GeschĂ€ftsjahr 2025. Die Höhe der von der BaFin beanstandenden UmsĂ€tze mache insgesamt einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus. Gerresheimer hatte im GeschĂ€ftsjahr 2023/24 einen Konzernumsatz von gut zwei Milliarden Euro erzielt.
Anders als die BaFin ist das Unternehmen der Auffassung, dass es diese UmsĂ€tze und Gewinne nach geltenden Rechnungslegungsvorschriften periodengerecht im vergangenen GeschĂ€ftsjahr bilanziert hat. Die PrĂŒfung durch die Aufsichtsbehörde nehme Gerresheimer sehr ernst, betonte Finanzchef Wolf Lehmann. Deshalb werde das Unternehmen vollumfĂ€nglich mit der BaFin kooperieren, um eine vollstĂ€ndige und transparente KlĂ€rung zu ermöglichen.

