Ergebnisse, Produktion/Absatz

Schott Pharma senkt Umsatzausblick - Aber mehr Gewinnmarge im Visier

05.08.2025 - 13:07:08

Der Pharmazulieferer Schott Pharma DE000A3ENQ51 passt nach dem dritten GeschĂ€ftsquartal seine Ziele fĂŒr das Jahr an.

Das Management um Chef Andreas Reisse rechnet nun zwar mit einer höheren ProfitabilitĂ€t, traut sich aber ein geringeres Umsatzwachstum zu. Dies spiegele die jĂŒngste Marktunsicherheit wider, "die durch die weltweit anhaltende Diskussion ĂŒber politische Richtungsentscheidungen verursacht wurde und die Stimmung innerhalb der Branche beeintrĂ€chtigt", teilte das Unternehmen am Dienstag zur BegrĂŒndung mit. Zugleich legte Schott Pharma vorlĂ€ufige Quartalszahlen vor. An der Börse geriet die Aktie unter Druck, konnte sich aber erholen.

Das im Kleinwerteindex SDax DE0009653386 notierte Papier verlor zeitweise gut viereinhalb Prozent, am frĂŒhen Nachmittag aber stand dann ein Plus von 0,8 Prozent zu Buche. Die Aktie war seit Ende Juni auf Tauchgang, nachdem sie sich in den Wochen davor noch deutlich vom allgemeinen Kurskollaps aus dem April erholt hatte. Seit Jahresbeginn steht Schott Pharma an der Börse mit rund vier Prozent im Minus. Noch viel weiter hat sich der Kurs mit derzeit gut 24 Euro von seinem bisherigen Rekordhoch bei 43,40 Euro aus dem MĂ€rz des vergangenen Jahres entfernt.

FĂŒr das noch bis Ende September laufende GeschĂ€ftsjahr taxiert das Management das Umsatzwachstum aus eigener Kraft nun noch auf ungefĂ€hr 6,0 Prozent. Bisher waren plus 6 bis 9 Prozent anvisiert worden, wobei Wechselkurseffekte sowie Zu- und VerkĂ€ufe von Unternehmensteilen ausgeklammert sind. Bei der Marge gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gehen die Mainzer nun von rund 28 Prozent vom Umsatz aus. Bisher lag die Planung in etwa auf dem Vorjahresniveau von 26,9 Prozent.

Angesichts der neuen Ziele könnten die Markterwartungen hinsichtlich des Umsatzes ein wenig sinken, hinsichtlich des Gewinns aber etwas steigen, schrieb UBS-Analyst Olivier Calvet in einer ersten Reaktion. Er wertete die Nachrichten des Konzerns in Summe zunĂ€chst als positiv und zeigte sich zudem angenehm ĂŒberrascht von der Ergebnisentwicklung im vergangenen Quartal. Als Treiber vermutete er den Anlauf der Produktion von vorfĂŒllbaren Glasspritzen in Ungarn. Mit Blick auf die Erlöse habe das Unternehmen aber die Markterwartungen etwas verfehlt, so Calvet.

Im dritten GeschÀftsquartal legte der Umsatz um ein Prozent auf 256 Millionen Euro zu, wie Schott Pharma weiter mitteilte. Ohne Wechselkurseffekte wÀre der Erlös um drei Prozent geklettert. Das Unternehmen profitierte den Angaben zufolge von einer starken Nachfrage nach margenstarken Produkten, insbesondere sterilen Karpulen und SpezialflÀschchen. Dieser von Schott Pharma ausgebaute Bereich machte zuletzt bereits mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich auch dank Effizienzmaßnahmen um elf Prozent auf 83 Millionen Euro, die entsprechende Marge zog um drei Prozentpunkte auf 32,4 Prozent an.

Detaillierte Zahlen will das Unternehmen am 12. August vorlegen. Schott Pharma entstand vor drei Jahren als AusgrĂŒndung vom Mainzer Spezialglashersteller Schott. Im September 2023 erfolgte der Börsengang.

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