PrÀsident des Bundesrechnungshofs warnt vor 'Verschuldungsdynamik'
20.04.2026 - 13:42:59 | dpa.de"Da die laufenden Einnahmen die Ausgaben des Bundes nicht annĂ€hernd decken können, ist eine gefĂ€hrliche Verschuldungsdynamik entstanden, die dringend eingedĂ€mmt werden muss", heiĂt es in einer Stellungnahme von Kay Scheller in seiner Eigenschaft als Bundesbeauftragter fĂŒr Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung. "Gerade in stĂŒrmischen Zeiten kann Deutschland nur mit geordneten Bundesfinanzen bestehen."
Das Bundeskabinett will in der kommenden Woche Eckpunkte fĂŒr den Bundeshaushalt 2027 sowie die mittelfristige Finanzplanung beschlieĂen. Die Bundesregierung muss MilliardenlĂŒcken stopfen. Die schuldenfinanzierten Milliarden-Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur sowie fĂŒr Verteidigung laufen auĂerhalb des Kernhaushalts.
Scheller sprach von einer enormen Verschuldungsdynamik. Im Bundeshaushalt 2026 und in den Sondervermögen sei insgesamt fast jeder dritte Euro kreditfinanziert. Im Zeitraum von 2025 bis 2029 wolle die Bundesregierung nach bisheriger Finanzplanung insgesamt mehr als 800 Milliarden Euro neue Kredite aufnehmen. Der Schuldenstand des Bundes beliefe sich dann 2029 auf 2,7 Billionen Euro.
"Diese Neuverschuldung verschĂ€rft die Probleme. Die Zinsausgaben im Bundeshaushalt steigen rasant." Der Bund lebe strukturell ĂŒber seine VerhĂ€ltnisse, so Scheller. Die Regierung mĂŒsse die Weichen fĂŒr grundlegende Reformen stellen. "Einer ungebrochenen Ausgabendynamik steht eine TrĂ€gheit beim SchlieĂen von FinanzierungslĂŒcken gegenĂŒber."
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