ROUNDUP, Radar-Spezialist

Radar-Spezialist Hensoldt erwartet mehr AuftrÀge und höhere Marge

24.10.2025 - 10:08:40

Der Radar-Spezialist Hensoldt DE000HAG0005 rechnet im laufenden Jahr mit deutlich höheren Bestellungen.

Der Auftragseingang soll das 1,6- bis 1,9-Fache des Umsatzes erreichen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Taufkirchen bei MĂŒnchen mit. Bisher hatte Vorstandschef Oliver Dörre lediglich das 1,2-Fache angepeilt. Der Umsatz selbst dĂŒrfte mit 2,5 Milliarden Euro jedoch nur das untere Ende der bisherigen Zielspanne erreichen.

Bisher hatte Dörre 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht gestellt. Allerdings soll die bereinigte operative Marge eher höher ausfallen als bisher gedacht: So sollen jetzt mindestens 18 Prozent des Umsatzes als bereinigter operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) ĂŒbrigbleiben. Bisher hatte Hensoldt rund 18 Prozent angepeilt.

An seinen Mittelfristzielen und der Umsatzambition fĂŒr das Jahr 2030 hĂ€lt Dörre fest. Der Manager geht davon aus, dass Hensoldt den Umsatz bis Ende des Jahrzehnts auf bis zu sechs Milliarden Euro steigern kann.

An der Börse wurden die Neuigkeiten positiv aufgenommen. Die Hensoldt-Aktie gewann am Freitagmorgen fast drei Prozent auf 99,30 Euro und war damit stĂ€rkster Titel im MDax DE0008467416, dem Index der mittelgroßen Werte. Branchenexpertin Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies erwartet, dass die durchschnittlichen Analystenerwartungen an Umsatz und operatives Ergebnis nun steigen.

Laut Hensoldt schlÀgt sich die Einleitung weiterer Beschaffungen durch die deutsche Bundesregierung zunehmend in konkreten AuftrÀgen nieder. Deshalb baut das Unternehmen seine ProduktionskapazitÀt weiter aus. So verstÀrkt es nach eigenen Angaben die Automatisierung und baut ein neues Logistikzentrum sowie ein neues GebÀude in Oberkochen.

"Dass Deutschland aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage stark in seine eigene Sicherheit investiert und sich dieser politische Wille nun in konkreten AuftrÀgen niederschlÀgt, ist ein wichtiger Schritt hin zu echter VerteidigungsfÀhigkeit", sagte Dörre.

Hensoldt mit rund 9.000 BeschĂ€ftigten bietet etwa Radartechnik fĂŒr den Kampfjet Eurofighter und das Luftverteidigungssystem Iris-T an, das auch die Ukraine gegen die russischen Angreifer einsetzt. Auch an Radar- und Selbstschutztechnik fĂŒr das kĂŒnftige europĂ€ische Luftkampfsystem FCAS arbeitet das Unternehmen mit. Zum Flugabwehrpanzer Skyranger 30 von Rheinmetall DE0007030009 steuert Hensoldt das Radarsystem bei.

Der Bund hĂ€lt eine SperrminoritĂ€t von gut 25 Prozent an dem Konzern, der frĂŒher zum Luftfahrt- und RĂŒstungskonzern Airbus NL0000235190 gehörte. Weiterer GroßaktionĂ€r ist der italienische Konzern Leonardo IT0003856405.

@ dpa.de