ROUNDUP, Tui

Tui erwartet Entspannung bei Reisepreisen - erste Dividende seit Corona

10.12.2025 - 11:26:38 | dpa.de

Der Reisekonzern Tui DE000TUAG505 will seinen AktionÀren erstmals seit der Corona-Krise wieder eine Dividende zahlen.

Nach einem Gewinnsprung im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr sollen sie 10 Cent je Anteilsschein erhalten. FĂŒr die Zukunft fasst Vorstandschef Sebastian Ebel höhere AusschĂŒttungen ins Auge. Dazu soll der Gewinn im TagesgeschĂ€ft weiter wachsen - besonders dank einer hohen Nachfrage nach Tuis Hotels und Kreuzfahrten. Bei den Reisepreisen stellte Ebel Entspannung in Aussicht. An der Börse kamen die Neuigkeiten jedoch schlecht an.

Die Tui-Aktie verlor am Vormittag zuletzt drei Prozent auf etwa 8,10 Euro und war damit der schwĂ€chste Titel im MDax DE0008467416, dem Index der mittelgroßen Werte. Seit dem Jahreswechsel nun ein Kursverlust von rund drei Prozent zu Buche.

Ebel sprach dennoch von einem erfolgreichen GeschÀftsjahr 2024/25. Zwar war der Umsatz des Konzerns in den zwölf Monaten bis Ende September wegen eines harten Wettbewerbs nur um gut vier Prozent auf 24,2 Milliarden Euro gestiegen. Doch der operative Gewinn vor Sonderposten (bereinigtes Ebit) wuchs um neun Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro. WÀhrungsbereinigt fiel das Plus mit fast 13 Prozent noch höher aus als geplant. Tui hatte deshalb schon Mitte November Eckdaten veröffentlicht.

Mit Blick auf das TagesgeschĂ€ft sprach Ebel vom "besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte". Die Entwicklung war jedoch zweigeteilt: So ging der bereinigte operative Gewinn im VeranstaltergeschĂ€ft um 29 Prozent auf 217 Millionen Euro zurĂŒck, auch weil Tui mit Rabattaktionen etwa auf dem deutschen Heimatmarkt die Nachfrage ankurbeln musste.

Die eigenen Hotelmarken wie Tui Blue und Robinson steigerten ihr Ergebnis hingegen um ein Zehntel auf 735 Millionen Euro, und die Kreuzfahrtsparte mit den Reedereien Tui Cruises, Hapag-Lloyd DE000HLAG475 Cruises und Marella Cruises warfen mit 481 Millionen Euro sogar fast 29 Prozent mehr ab als im Vorjahr. Unter dem Strich entfiel auf die Tui-AktionÀre auch dank des fortlaufenden Schuldenabbaus ein Gewinn von rund 636 Millionen Euro, eine Steigerung um mehr als ein Viertel.

FĂŒr das neue GeschĂ€ftsjahr bis Ende September 2026 setzt Ebel bei seinen GewinnplĂ€nen erneut auf die bekannten Marken des Konzerns. Zwar dĂŒrfte der Umsatz wĂ€hrungsbereinigt nur um 2 bis 4 Prozent wachsen - auch weil sich die zusammen mit Royal Caribbean LR0008862868 betriebene Kreuzfahrtsparte und zusammen mit anderen EigentĂŒmern betriebene Hotels hier nicht so stark auswirken. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll jedoch um 7 bis 10 Prozent steigen - wie sich Ebel es auch fĂŒr die Folgejahre im Durchschnitt vorgenommen hat.

Beim Anstieg der Reisepreise stellte Ebel insgesamt eine "massive" Beruhigung in Aussicht. FĂŒr realistisch hĂ€lt er Steigerungen um 1 bis 2 Prozent. Eine solche Entspannung erwartet er auch bei Einkaufspreisen, die Veranstalter wie Tui etwa an Hoteliers und Fluggesellschaften zahlen.

Zudem rechnet das Management im laufenden GeschĂ€ftsjahr mit etwa 20 neuen Flugzeugen des US-Konzerns Boeing US097023105. Der Hersteller hatte seine Produktion nach zwei AbstĂŒrzen, einem Beinahe-UnglĂŒck und etlichen QualitĂ€tsmĂ€ngeln drosseln und sich strengen Kontrollen stellen mĂŒssen. Tui musste deshalb wie andere Airline-Konzerne seit 2019 viel lĂ€nger auf neue Maschinen warten als ursprĂŒnglich geplant. Inzwischen kommt Boeing wieder besser voran.

Unterdessen können die Tui-AktionĂ€re kĂŒnftig mit steigenden AusschĂŒttungen rechnen. Ab dem laufenden GeschĂ€ftsjahr will der Konzern 10 bis 20 Prozent des bereinigten Gewinns je Aktie als Dividende bezahlen. WĂŒrde diese Regel schon fĂŒr das vergangene GeschĂ€ftsjahr gelten, gĂ€be es etwa 13 bis 27 Cent. Dass Tui stattdessen nur 10 Cent ausschĂŒttet, erklĂ€rte Kiep mit dem weiteren Abbau der Schulden aus der Corona-Krise und notwendigen Investitionen.

Im vergangenen GeschĂ€ftsjahr sank Tuis Nettoverschuldung von 1,6 auf 1,3 Milliarden Euro. Dem Konzern war durch die Corona-Pandemie und die weltweiten Reiseverbote im Jahr 2020 wie anderen Reiseunternehmen vorĂŒbergehend sein gesamtes GeschĂ€ft weggebrochen. Nur milliardenschwere Staatshilfen und Kapitalerhöhungen retteten ihn vor dem Untergang.

Tui schaltete mit der wieder aufflammenden Reiselust nach der Pandemie wieder auf Wachstumskurs. Mit etwa 20 Millionen GĂ€sten im VeranstaltergeschĂ€ft hat der Konzern allerdings lediglich das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie wieder erreicht. Dabei war der einstige Hauptrivale Thomas Cook/Neckermann schon im Jahr 2019 kollabiert. Im vergangenen Jahr ging schließlich auch der deutsche Veranstalter FTI pleite, sodass Tui im klassischen VeranstaltergeschĂ€ft weniger Konkurrenz hat.

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