Rheinland-pfÀlzischer, Sparkassenverband

Rheinland-pfÀlzischer Sparkassenverband sieht digitalen Euro kritisch

21.01.2026 - 06:10:40

Der rheinland-pfĂ€lzische Sparkassenverband sieht die von der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) geplante EinfĂŒhrung eines digitalen Euro als ErgĂ€nzung zum Bargeld kritisch.

Die EuropĂ€ische Zentralbank wolle ein Projekt durchboxen, bei dem noch viele wichtige Fragen ungeklĂ€rt seien, sagte PrĂ€sident Thomas Hirsch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Das sei mit immensen Kosten verbunden, der Mehrwert fĂŒr Kundinnen und Kunden sei nicht erklĂ€rt.

Die EZB peilt jĂŒngsten Aussagen zufolge einen Start eines digitalen Euro im Jahr 2029 an. Auch wenn bislang eine Einigung auf politischer Ebene in Europa noch aussteht, hatte der Rat der Zentralbank im Oktober 2025 beschlossen, die Vorbereitungen fortzusetzen. Die EZB selbst schĂ€tzt die Kosten fĂŒr das gesamte Projekt bis 2029 auf rund 1,3 Milliarden Euro fĂŒr das Eurosystem. Andere SchĂ€tzungen liegen Hirsch zufolge deutlich höher, hinzu komme der Aufwand fĂŒr die Integration bei den einzelnen Banken.

Antwort auf Paypal, Mastercard, Visa und Co.?

Verbraucher bekĂ€men einen digitalen Euro in einer digitalen Geldbörse, einer Wallet, gutgeschrieben und könnten in Sekundenschnelle rund um die Uhr zum Beispiel per Smartphone bezahlen. Die Euro-Notenbanken wollen mit einem digitalen Euro privaten Anbietern vor allem aus den USA wie Paypal US70450Y1038, Mastercard US57636Q1040 und Visa US92826C8394, die den Markt fĂŒr digitale Zahlungen in Europa dominieren, ein europĂ€isches Angebot entgegensetzen.

Hirsch sagte, ein solches europĂ€isches Bezahlsystem habe ein Zusammenschluss europĂ€ischer Banken, darunter die Sparkassen, mit "Wero" bereits realisiert. Der VerbandsprĂ€sident findet es darĂŒber hinaus fraglich, ob ein digitaler Euro problemlos funktionieren wĂŒrde. "Wenn alle sich bis zu 3.000 Euro von ihrem Girokonto in die Wallet laden, dann ist dieses Geld dem Kreislauf entzogen, wie als wenn sie es als Bargeld in der Hosentasche haben", sagte Hirsch. "Das heißt, das steht auch fĂŒr den Bankkreislauf nicht mehr zur VerfĂŒgung." Vorab mĂŒsse sichergestellt werden, dass das Finanzsystem weiter stabil laufe.

Wird der Kontrolleur zum Mitanbieter?

Es gebe auch Überlegungen, die komplette Abwicklung ĂŒber die EZB laufen zu lassen. "Das heißt, am Ende wĂ€re die EZB nicht mehr nur Zentralbank und Bankaufsichtsbehörde, sondern auch eine Art Retailbank fĂŒr den digitalen Euro", betonte Hirsch. Man mĂŒsse sich fragen, wie jemand den Bankbereich beaufsichtigen soll und gleichzeitig Mitanbieter ist. "Wie machen die das dann mit den unterschiedlichen HĂŒten, die sie bei der EZB gleichzeitig aufhaben sollen?", fragte Hirsch.

@ dpa.de