Putin gibt Metro-GeschÀft in Russland in Zwangsverwaltung
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 18:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEinen entsprechenden Erlass veröffentlichte der Kreml in Moskau. Demnach verwaltet die russische Managementgesellschaft Torg RUS vorĂŒbergehend 100 Prozent der Aktiva von Metro in Russland. Bei Torg RUS handelt es sich laut Metro AG DE000BFB0019 um ein Unternehmen des Vorstandschefs von Metro Russia, Johannes Tholey.
Die Metro AG erklĂ€rte, dass man keine operative Kontrolle mehr ĂŒber Metro Russland habe. Das Eigentum an Metro Russland bleibe aber formal bei der Metro AG. Das Unternehmen sprach ebenfalls von einer "vorĂŒbergehenden Zwangsverwaltung".
In diesem Monat hatte Putin unter anderem bereits den Lebensmittelhersteller NestlĂ© und die französische Warenhauskette Auchan unter externe Verwaltung gestellt. Der Kreml hatte zu den frĂŒheren Entscheidungen erklĂ€rt, dass es sich um Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen LĂ€ndern handle, deren StaatsfĂŒhrungen durch die Hilfe fĂŒr Kiew in den Ukraine-Krieg verwickelt seien. Die MilitĂ€rhilfe aus diesen LĂ€ndern werde aktiv von Kiew fĂŒr SchlĂ€ge gegen die zivil-wirtschaftliche Infrastruktur in Russland genutzt, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow gesagt.
Metro seit 2001 im russischen Markt
Die Ukraine wehrt sich auch mit Drohnenangriffen im russischen Hinterland gegen den Angriffskrieg, den Putin vor mehr als viereinhalb Jahren begonnen hatte. Dabei wurden zuletzt unter anderem Logistikzentren der gröĂten russischen Online-Versandhandelsunternehmen Wildberries und Ozon zerstört oder beschĂ€digt.
Metro war nach eigenen Angaben 2001 in den russischen Markt eingetreten. In Russland sei man mit 91 GroĂhandelsgeschĂ€ften vertreten. Rund 9.000 Mitarbeiter arbeiteten fĂŒr Metro in Russland.
Metro AG blieb auch nach Kriegsbeginn in Russland
Die Metro AG in Deutschland hatte nach Beginn des von Putin befohlenen Angriffskriegs entschieden, in Russland zu bleiben. "Es war und ist auch fĂŒr uns ein schwieriger AbwĂ€gungsprozess", teilte das Unternehmen bereits 2023 mit.
Am Montag erklĂ€rte Metro, dass man seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 verschiedene MaĂnahmen ergriffen habe, um die Verbindungen zwischen Metro Russland und der Metro AG zu verringern. Weitere Auswirkungen des Dekrets auf die AG wĂŒrden derzeit analysiert.
Russland hatte im Zuge der vom Westen verhĂ€ngten Sanktionen, darunter unter anderem die Beschlagnahmung von Staatsvermögen in der EU, mit GegenmaĂnahmen gedroht.
